Kein Boss, keine Lizenz

von Redaktion

Hannover 96: Einigung im Geschäftsführer-Streit in Sicht

Steigt er zum Boss auf? Marcus Mann, aktuell Prokurist bei Hannover 96. © dpa

Hannover – Ruhe. Nichts wünscht sich Marcus Mann mehr. Stattdessen muss der Sportdirektor von Hannover 96 gerade das typische Chaos des Zweitligisten verwalten. „Das kostet alles sehr viel Energie“, sagte Mann dem kicker: „Es muss Ruhe einkehren.“

Denn: 96 hat seit acht Monaten tatsächlich keinen Geschäftsführer. Im schlimmsten Fall könnte das die Profilizenz kosten. Im Juli 2024 war Martin Kind vom Bundesgerichtshof (!) als Clubboss abberufen worden, seitdem konnten sich der Mutterverein und die Investoren um Kind nicht auf einen Nachfolger einigen. Im Aufsichtsrat herrscht eine Pattsituation, aber den Lizenzantrag bei der DFL, der bis zum 17. März eingereicht werden muss, darf nur ein Geschäftsführer unterschreiben. Mann als Prokurist ist dazu nicht befugt, und zwei Gerichte lehnten einen Antrag auf Berufung eines Not-Geschäftsführers ab.

Immerhin: Jetzt ist eine Lösung in Sicht. Der Mutterverein um Vorstand Sebastian Kramer erklärt bereit, „auf die Aufnahme eines vertraglich klarstellenden Weisungsrechts in Geschäftsführer-Verträgen“ zu verzichten. Gewissermaßen als Gegenleistung sei man bereit, den Kind-Favoriten Mann „zu einem von zwei gemeinsamen Geschäftsführern“ zu machen. Neben Mann (Sport) soll der zweite, für die Finanzen zuständige Boss offenbar Henning Bindzus werden. So weit der Plan.

„Ich kann das nur empfehlen, damit wir endlich Ruhe auf dieser Position haben. Und wir brauchen diese Ruhe“, sagte Aufsichtsrat Kind über die mögliche Doppel-Lösung: „Wir haben Bindzus unser Vertrauen ausgesprochen.“ Doch unterschrieben ist noch nichts. Bei 96 ist jederzeit mit jeder Wendung zu rechnen – wie bei einem Münchner 50+1-Club namens TSV 1860.
SID

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