Letzte Ausfahrt Lille? – BVB unter Zugzwang

von Redaktion

Am Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League hängt wohl die ganze Saison

Seine Mannschaft muss liefern: Niko Kovac. © Thissen/dpa

Lille – Sieg oder Saisonende – am sportlichen Nullpunkt kämpft Borussia Dortmund gegen einen traurigen Champions-League-Abschied für lange Zeit. Doch nicht nur das: Mit einem Achtelfinal-Aus beim OSC Lille am Mittwoch (18.45 Uhr/DAZN) wären sämtliche Wettbewerbe einer missratenen BVB-Saison quasi gelaufen. Es droht ein Dahindümpeln in der Bedeutungslosigkeit bis Mitte Mai.

Die ganze Mannschaft müsse jetzt Siegeswillen und Kampfgeist zeigen, „und zwar nicht nur eine Halbzeit lang wie im Hinspiel, sondern bis der Schiedsrichter abpfeift“, so Geschäftsführer Lars Ricken, der die Geduld mit seinen Möchtegern-Stars längst verloren hat.

Die Besinnung auf das Positive fällt schwer. Ja, das 1:1 vor einer Woche bietet alle Chancen auf ein Weiterkommen und ein großes Viertelfinal-Duell. Das ist doch eine Aussicht!

Aber wo soll der Umschwung herkommen? Zumal jetzt auch Trainer Niko Kovac nach dem wieder einmal sehr ernüchternden Auftritt gegen den recht biederen Bundesliga-Tabellennachbarn aus Augsburg (0:1) mit seinem Latein am Ende zu sein scheint. Die kurze Phase des Schützens und Starkredens ist vorbei. „Wir haben das bekommen, was wir gezeigt haben“, sagte er nach der Augsburg-Schmach vernichtend: „Nichts.“ Der 53-Jährige wolle jedoch „nicht alles schwarzmalen“ und schöpfe „Hoffnung“ daraus, dass die nächste Herausforderung bereits naht.

Spieler, die sich selbst ein Rätsel sind, sollen mit einem Trainer, der an ihrem Phlegma zu verzweifeln scheint, irgendwie die Wende schaffen. Das klingt nicht sonderlich erfolgsversprechend, allerdings hat der BVB in der Champions League schon häufiger sein zumindest weniger abstoßendes Gesicht gezeigt.

Lars Ricken fordert gegen Lille die Basics. „100 Prozent Konzentration, Einsatzwillen und Gemeinsamkeit“. So kann es klappen. So muss es klappen.

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