TENNIS

Aufbruch in eine neue Ära

von Redaktion

Die Aufbauarbeiten für die neuen BMW Open laufen auf Hochtouren

Der eine spielt, der andere ist gesperrt: Sinner und Zverev (r.) © IMAGO/Juergen Hasenkopf

Eine Übersicht: So sieht die neue Platzaufteilung aus.

Hoch hinaus: 6000 Zuschauer sollen auf dem temporären Center Court Platz finden. © Matzke/Sampics

München – Kein Sinner, keine Party? Von wegen! Während der Weltranglisten-Erste wegen seiner umstrittenen Kurzzeit-Doping-Sperre doch nicht in knapp vier Wochen bei den BMW Open (12. bis 20. April) in München aufschlagen kann und darf, startet das Tennisturnier auch ohne den dreifachen Grand-Slam-Champion in eine neue Ära und wird 2025 erstmals als Event der 500er-Kategorie (bisher 250) ausgetragen.

Die höhere Punktezahl, die es künftig am Aumeister zu gewinnen gibt, soll und dürfte langfristig noch mehr Topspieler als in den vergangenen Jahren auf die Anlage des MTTC Iphitos locken. Doch für den Verein und die Ausrichteragentur MMP gehen damit auch einige neue Anforderungen einher. Die wohl Wichtigste: es braucht ein neues Stadion für rund 7200 Zuschauer. Der vom Stadtrat beschlossene Neubau sollen 4200 Plätze als Festbau beinhalten, der Rest individuell erweiterbar.

29 Millionen Euro

Dieses rund 29 Millionen Euro teure Mammutprojekt wird allerdings frühestens 2027, realistischerweise wohl sogar erst 2028, fertiggestellt. Bis dahin braucht es einen größeren temporären Center Court, auf dem rund 6000 Fans Platz finden werden. Die Vorbereitungen dafür laufen seit knapp zehn Tagen mit rund 60 bis 70 Arbeitern auf Hochtouren. Unmittelbar vor dem Clubhaus thronen bereits riesige Gerüste. „Das geht ratzfatz und sieht super aus“, sagt Iphitos-Geschäftsführer Emanuel Fraitzl. Bis etwa Ende März soll alles stehen. Dann wird es hohe Tribünen auf drei Seiten geben, vor dem Clubhaus nur eine flachere. „Das hat den Grund, dass wir das Clubhaus als Eyecatcher im Hintergrund sehen wollen, wenn wir Bilder und Videos produzieren“, erklärt MMP-Geschäftsführer Christian Okon (52) im Tennis Magazin.

Bisher wurden nur die Matches auf dem ehemaligen Center Court als Stream für die Rechteinhaber angeboten, in der neuen Einstufung müssen drei Courts abgedeckt werden. Die Mitarbeiterzahl steigt in diesem Bereich von rund 40 auf 100 Personen. Ebenfalls neu: Der Hospitality-Bereich – früher in der Mitte der Anlage – wandert links neben den Eingang und wird in Form von Chalets neu aufgezogen. Neben den infrastrukturellen Änderungen erhöht sich auch das Preisgeld von 600 000 auf 2,5 Millionen Euro.

Wie und ob das Antrittsgeld für Jannik Sinner anderweitig investiert wird, ist derzeit noch offen. Turnierdirektor Patrik Kühnen (59) arbeitet nach unseren Informationen daran, noch ein prominentes Gesicht nach München zu locken. Viele der Weltbesten haben allerdings bereits beim Konkurrenzturnier in Barcelona zugesagt. Ein Auszug: Carlos Alcaraz (Nr. 3 der Welt), Casper Ruud (Nr. 5), Andrey Rublev (Nr. 8), Stefanos Tsitsipas (Nr. 9), Alex de Minaur (Nr. 10), Holger Rune (Nr. 13).

Aus den Top Ten blieben neben den BMW-Open-Startern Alexander Zverev (Nr. 2) und Taylor Fritz (Nr. 4) nur noch Daniil Medwedew (Nr.6) und Novak Djokovic (Nr. 7) übrig. Alternativ wären womöglich noch die US-Boys Tommy Paul (Nr. 11) und Ben Shelton (Nr. 12).

Engel (17) schlägt auf

Freuen dürfen sich die Fans hingegen schon jetzt auf Justin Engel (17). Der gebürtige Nürnberger wird definitiv spielen – unklar ist noch, ob das aufstrebende DTB-Talent eine Wildcard für die Qualifikation am ersten Wochenende oder direkt fürs Hauptfeld bekommt. Ersteres wäre besser für alle Interessenten, die noch keinen Karten haben. Denn ab Montag sind alle Tickets restlos ausverkauft.
MATHIAS MÜLLER

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