Franziska Preuß schlägt zurück

von Redaktion

Podestplatz bei widrigen Bedingungen – Ruhpoldingerin baut Gesamtführung aus

Erleichtert: Im kurzen Einzel schlug Franziska Preuß ihre ärgste Konkurrentin und verteidigte Gelb. © Makovec/AFP

Pokljuka – Die vielen Gedanken an ihren ersten Gesamtweltcupsieg sollen Franziska Preuß im packenden Biathlon-Saisonendspurt nicht von ihrem großen Traum ablenken. „Es ist schon eine Herausforderung, aber das wird jetzt bis Oslo zum Massenstart so weitergehen“, sagte die 31-Jährige nach ihrem dritten Platz im verkürzten Einzel auf der Pokljuka.

Dank ihres elften Weltcup-Podestplatzes des Winters vergrößerte die Bayerin ihren Vorsprung auf die Französin Lou Jeanmonnot, die Siebte wurde, auf 60 Punkte und steht dicht davor, mit der großen Kristallkugel als erste Deutsche seit Laura Dahlmeier 2017 ihre Saison zu krönen.

„Ich bin schon sehr erleichtert, dass es heute wieder geklappt hat“, sagte Preuß zwei Tage nach ihrem Geburtstag. Sie traf alle 20 Schüssen und legte so den Grundstein für ihren ersten Podiumsplatz in Slowenien überhaupt. „Das war heute schon wichtig, sauber durchzukommen, auf der Strecke habe ich mich eher schwergetan, gerade hinten raus sind mir echt die Körner ausgegangen“, sagte Preuß: „Und dann war es echt ein Kampf ins Ziel.“

Preuß (+46,2 Sekunden) musste sich nach 12,5 Kilometern nur der ebenfalls fehlerfreien Siegerin Julia Simon aus Frankreich sowie der Schwedin Hanna Öberg (1 Fehler/+ 39,1) geschlagen geben. Sie trägt das Gelbe Trikot bereits seit dem 13. Dezember und wird es das nächste Mal am Samstag (13.35 Uhr/ZDF und Eurosport) überstreifen, dann geht es um den Sieg im Massenstart. Anschließen folgen in der kommenden Woche noch drei Wettkämpfe am Holmenkollen in Norwegen.

Wegen Bö-Abschied: Entscheidendes Rennen vorverlegt

Dort wird die Entscheidung bei den Frauen früher stattfinden als geplant. Wie der Weltverband IBU am Donnerstag bekanntgab, absolvieren Preuß und Co. ihren Massenstart vor den Männern. Das würde die Aufmerksamkeit auf den Kampf um die Kristallkugel maximieren und im Anschluss einen würdigen Abschied von Johannes Thingnes und Tarjei Bö garantieren.

Bis dahin wird um jeden Punkt gekämpft. „Sie wird mal vorn sein, ich werde mal vorn sein. Darauf stelle ich mich ein, dass jedes Rennen irgendwie ein Kampf ist“, sagte Preuß. Selbst rechnet sie nicht mit, das machen andere für sie: „Ich höre das gerade jeden Tag mehrmals. Jeder sagt immer, denk nicht daran. Aber das ist so ein bisschen, wie nicht an einen rosa Elefanten zu denken.“

Das kurze Einzel bei den Männern über 15 Kilometer gewann überraschend der Lokalmatador Jakov Fak. Sturla Holm Laegreid wurde Zweiter und holte sich die Gesamtweltcupführung von Landsmann Johannes Thingnes Bö (Platz zehn) zurück. Zudem gewann er die kleine Kristallkugel im Einzel. Bester DSV-Athlet war der fehlerfreie Justus Strelow auf Platz sieben.
DPA

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