Hungrig auf die Wölfe

von Redaktion

Frisch verlängert: Klara Bühl. © Wagner/Imago

München – Mit viel Selbstbewusstsein gehen die Frauen des FC Bayern München in das Top-Spiel der Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg (Freitag/ 16:55 Uhr). „Wir sind gut drauf und hungrig. Wir haben einen super Teamspirit, den wir am Freitag auf den Platz bringen wollen. Wenn wir den auf den Platz bringen, spielen wir den besseren Fußball“, zeigte sich Mittelfeldspielerin Sydney Lohmann selbstbewusst vor dem Duell im Stadion auf dem Bayern-Campus.

Die Bayern-Frauen führen die Tabelle mit drei Punkten Vorsprung vor Wolfsburg und Eintracht Frankfurt an, das Spiel gegen den VfL bietet die Chance, einen der Konkurrenten vorentscheidend zu distanzieren. „Das ist ein bisschen eine psychologische Sache. Im besten Fall sind wir sechs Punkte vorne, im besten Fall für Wolfsburg sind sie punktgleich“, verdeutlichte Lohmann die Ausgangslage.

Die Wolfsburgerinnen nehmen die Rolle der Herausforderinnen gerne an. „Bayern ist für mich der Favorit auf die Meisterschaft“, sagte Wölfe-Trainer Tommy Stroot. Trotzdem sei die derzeitige Tabellensituation für ihn „eine Ausgangskonstellation, die hätte ich definitiv vor der Saison so unterschrieben.“ Die Aussagen belegen, dass in dem seit mehr als zehn Jahren andauernden Kampf um die Vorherrschaft im deutschen Frauenfußball das Pendel mehr und mehr in Richtung München ausschlägt. Während beim VfL zuletzt Unruhe vorherrschte, mehrere Topspielerinnen nicht gehalten werden konnten und weitere auf dem Sprung sind, verlängerte der FC Bayern am Dienstag den Vertrag mit der heftig vom FC Barcelona umworbenen Klara Bühl. Einen Tag später verlängerte auch die 18-Jährige Nationalspielerin Alara Sehitler. „Es ist ein großes Statement, dass Spielerinnen mit dieser Qualität sich dazu entscheiden, hierzubleiben und sich hier weiterentwickeln zu wollen“, sagte Trainer Alexander Straus. „Das ist so viel wert für Bayern München. Es ist ein Zeichen nach außen, aber auch an das Team“, ergänzte Lohmann.

Die allgemeine Entwicklung spricht für den FCB. Dennoch ist am Freitag einmal mehr mit einem engen Duell zu rechnen. „Früher waren wir der Underdog. Jetzt ist es immer ein offenes Spiel. Wolfsburg ist eine Mentalitäts-Mannschaft. Das macht sie extrem gefährlich“, warnte Lohmann. Das Hinspiel gewann der VfL mit 2:0, die Bayern-Frauen haben also noch eine Rechnung offen.
CHRISTIAN STÜWE

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