Volle Kapelle – ab Spiel drei

von Redaktion

Was Münchens Torjäger Chris DeSousa zu seiner Sperre sagt

Ihm bleibt nur Training: Chris DeSousa (in Weiß). © Red Bull/City-Press

Im Trikot des Schutzbedürftigen: Taro Hirose. © Red Bull/City-Press

München – „Wir spielen mit fast voller Kapelle“, sagt Christian Winkler, der Sportmanager des EHC Red Bull München, bevor am Sonntag in Mannheim für sein Team die Playoffs in der Deutschen Eishockey Liga losgehen. Allerdings: Die Erstbesetzung an den lautesten Instrumenten wird erst im dritten Match der Best-of-Seven-Serie zu hören, zu sehen und – für den Gegner – zu spüren sein. Chris DeSousa, Taro Hirose, Yasin Ehliz – die Topsturmreihe über weite Teile der Hauptrunde war zuletzt gesprengt worden.

Man konnte das im Training am Mittwoch beobachten: DeSousa verrichtete seinen Dienst mit den U23-Spielern Veit Oswald und Nikolaus Heigl, und Taro Hirose fiel in dem in blaue und weiße Blöcke aufgeteilten Kader durch seine Farbe auf: Als einziger Akteur trug er ein rotes Trikot. „Weil der FC Bayern in der Champions League weitergekommen ist“, witzelte Winkler. Im Ernst: Rote Trikots sind im Eishockey das universelle Zeichen dafür, dass die in ihnen steckenden Spieler im Aufbautraining sind und noch des pfleglichen Umgangs bedürfen. Also auf Checks verzichten, damit eine Verletzung nicht wieder aufbricht.

Was Taro Hirose betrifft, erwartet Christian Winkler die baldige vollumfängliche Aufnahme des Trainings – und in der Folge die Teilnahme des 28-jährigen Kanadier am ersten Viertelfinalspiel in Mannheim. Der Sportchef erläutert: „Taro war angeschlagen, darum haben wir ihn rausgelassen. Aber es war nichts Größeres.“

Allerdings wird Hirose bei planmäßiger Rückkehr noch nicht auf Chris DeSousa treffen, neben dem er vom ersten Spieltag an aufgelaufen war. Sein Landsmann hatte im DEL-Punktspiel gegen – ausgerechnet – Mannheim vor knapp zwei Wochen einen Check gegen Luke Esposito gefahren, den sich die Referees noch einmal in der Videoaufzeichnung anschauten und daraufhin eine Spieldauerdisziplinarstrafe aussprachen. In diesem Fall trifft dann die Liga eine Entscheidung über eine weitere Sanktion. DeSousas Check richtete beim Gegenspieler zwar keinen Schaden an, aber wurde als gegen den Kopf- oder Nackenbereich gerichtet und als Rücksichtslosigkeit bewertet. Das Urteil: Vier Spiele Sperre. Zwei sind abgesessen (die letzten beiden Hauptrundenpartien in Ingolstadt und Straubing), bleiben noch zwei Playoffspiele.

Glücklich war der EHC mit der Entscheidung nicht. „Ich stimme mit ihr nicht überein“, sagt DeSousa, „aber meine Meinung tut hier nichts zur Sache.“ Befragt worden sei er nicht von der Liga zu diesem Vorfall. „Aber ich akzeptiere das.“ Aus Christian Winklers Sicht sind „vier Spiele Sperre zu hoch“, diese Ansicht hat er auch bei der DEL hinterlegt. „Der Ausfall wiegt schwer, denn er ist unser treffsicherster Spieler – und ein Faktor, wenn es um Präsenz geht. Wer Chris kennt, weiß aber: Er wird im dritten Spiel noch motivierter aufs Eis gehen.“ Die ersten beiden wird DeSousa als Zuschauer folgen – das am Sonntag in Mannheim aber wohl nur via TV, wie er unserer Zeitung sagte.
GÜNTER KLEIN

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