„Es wird unrealistisch“

von Redaktion

BVB entfernt sich von internationalen Plätzen – 26 Schüsse

Absurde Abschlussschwäche: Hier scheitert Serhou Guirassy an Leipzigs Keeper Gulacsi. © Hartmann/AFP

Leipzig – Sportdirektor Sebastian Kehl dachte an Borussia Dortmunds Chancenwucher und sprach kopfschüttelnd von „Wahnsinn“. Für Trainer Niko Kovac war das kollektive Scheitern vor dem Tor schlichtweg „unglaublich“. Nationalspieler Nico Schlotterbeck fand es einfach nur „brutal“. Dass der BVB bei RB Leipzig trotz 26 Torschüssen, drei Aluminiumtreffern und einer drückenden Überlegenheit in der zweiten Halbzeit als Verlierer vom Platz gegangen war, ließ sich nur mit Mühe akzeptieren.

„Fußball ist manchmal schwierig zu erklären“, sagte Kovac nach dem unnötigen 0:2 in Leipzig: „Wir haben ein Spiel verloren, das man nicht hätte verlieren dürfen.“ Kehl stimmte zu. Man habe RB nach der Pause „an die Wand gespielt. Ich bin sehr enttäuscht. Man muss dieses Spiel auf keinen Fall verlieren, man kann es sogar gewinnen“, sagte Kehl.

Eine Mischung aus Pech, Unvermögen und der starken Leistung von RB-Torhüter Peter Gulacsi verwehrten Dortmund die nötigen Treffer und wichtige Punkte. Die Hoffnung auf die fest eingeplante erneute Champions-League-Qualifikation schwindet immer mehr.

Sieben Zähler Rückstand hat das Kovac-Team auf einen Europapokal-Platz. Bei acht verbleibenden Spielen und einem schweren Restprogramm mit Duellen bei Bayern München, Bayer Leverkusen oder dem SC Freiburg ist eine erfolgreiche Aufholjagd nur schwer vorstellbar. Die Highlight-Spiele im Viertelfinale der Königsklasse gegen Barcelona (9./15. April) könnten bei einem Ausscheiden auf Sicht die letzten europäischen Auftritte sein.

„Es sind immer weniger Spiele, deshalb wird es langsam unrealistisch“, sagte Mittelfeldspieler Pascal Groß über das eigentliche Minimalziel Champions-League-Teilnahme. Nun fällt auch noch Marcel Sabitzer, der in der 33. Minute ausgewechselt worden war, aus. Der österreichische Nationalspieler hat sich nach Vereinsangaben „eine Knieverletzung zugezogen und wird in den kommenden vier Wochen Rehatraining absolvieren“.

Gerüchte über eine Kovac-Klausel

Dass der BVB nach 26 Spieltagen nur Elfter ist und in der Liga den eigenen Ansprüchen hinterherläuft, hat viel mit fehlender Konstanz zu tun. Die regelmäßigen Rückschläge nach internationalen Erfolgen sind fester Bestandteil einer komplizierten Spielzeit.

Zudem gibt es Gerüchte über eine Trennungsklausel im Vertrag des kürzlich erst eingestellten Niko Kovac. Der Trainer widerspricht ihnen. „Sie spekulieren viel“, sagte der 53-Jährige im ZDF. „Vielleicht sollte ich den Vertrag mal zeigen, da steht nix drin.“ Unter der Woche waren Spekulationen aufgekommen, dass der bis Sommer 2026 laufende Vertrag mit Kovac dem BVB bereits nach dieser Saison die Möglichkeit für eine Trennung gibt. Demnach müsste der Club dafür die Champions-League-Quali verpassen, Kovac würde eine Abfindung über mehrere Millionen Euro erhalten.
SID

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