Ansage Richtung München

von Redaktion

DFB-Debütant Bisseck blickt auch schon auf die Champions League

Der Größte im Team – und mit Mütze noch imposanter: Yann Aurel Bisseck. © AFP/INA FASSBENDER

Dortmund – Die Deutschen kennen Yann Aurel Bisseck noch nicht so gut, weil er schon einige Zeit weg ist aus der Heimat und ihn der Fußball auf Tour geschickt hat: Niederlande, Dänemark, Italien. Aber es kann jetzt schnell gehen, dass man vertraut wird mit dieser Abwehrkante, die beim ersten Training der Nationalmannschaft vor den Viertelfinal-Treffen in der Nations League mit 1,96 Meter (und anfangs noch einer locker aufgesetzten Mütze, die ihn wie 2,20 Meter wirken lässt) überragt. Denn der gebürtige Kölner mit kamerunischen Eltern ist nicht nur erstmals im Kreis der DFB-Elizeauswahl vertreten, sondern bereitet sich gerade darauf vor, demnächst dem FC Bayern München entgegenzutreten.

Yann Aurel Bisseck spielt für Inter Mailand. Und ist somit ortskundiger Experte für das, was am Donnerstag (20.45 Uhr/ARD) im berühmten Giuseppe-Meazza-Stadion zu erwarten sein wird. Und er freut sich auf die Aufgabe auf Vereinsebene in der Champions League. Ansage an den FC Bayern, der sich ja eher als Favorit sieht: „Wir sind enorm in Form und gut geschult.“

Man muss offen sein dafür, sich schulen zu lassen, wenn man in Italien spielt. „In manchen Einheiten machen wir 90 Minuten lang nur Taktik“, so Bisseck, „und wenn italienische Mannschaften den Ball nicht haben, dann sind sie bemüht, kompakt in der Abwehr zu stehen. Die Defensivschule ist die beste der Welt.“ Ihn jedenfalls bringt die italienische Erfahrung nach vorne; lange war seine Karriere ja recht kurios gewesen mit einem ersten Bundesligaeinsatz in Köln noch vor dem 17. Geburtstag, aber dann der Tingelei mit der zweiten Mannschaft von Holstein Kiel in der Regionalliga. In Mailand setzt Yann Aurel Bisseck nun eine deutsche Tradition fort, die mit Spielern wie Karl-Heinz Rummenigge, Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann und Andreas Brehme begann, als er noch nicht geboren war. Der Geschichte sei man sich bei Inter sehr bewusst, sagt er: „Die Legenden sind auch öfter im Stadion.“

Bisseck nimmt sich die Teilnahme an der WM 2026 vor, „denn da werde ich 25 und in einem guten Alter sein“. Er weiß, dass er sich „bei meiner ersten Maßnahme“ nicht fordernd präsentieren darf, „ich will erst mal ein paar Sachen aufschnappen“. Sehr gerne würde er am Donnerstag in San Siro debütieren in einer, wie er ankündigt, „enormen Atmosphäre“, oder am Sonntag dann in Dortmund. Aber er rechnet nicht zwangsläufig damit. Gleichwohl hat er sich bei den anderen erkundigt, „ob man als Neuling was vorsingen muss“. Er erfuhr: Dieser Brauch ist abgeschafft – und durch eine Rede ersetzt worden, wenn man denn wirklich gespielt hat.

Gestern hat sich Bisseck im Training eingeführt. Es war die erste vor nur zwei Vorbereitungseinheiten in Dortmund, die auf das Spiel in der Nations League möglich waren (am Montag war Regeneration angesagt gewesen). DFB-Rückkehrer Nadiem Amiri versichert, dass es eine knallige Einheit war: „Zwei Tage vor einem solchen Spiel kannst du nicht Larifari trainieren.“
GÜNTER KLEIN

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