Teilzeit-Influencer: Tobias Krick. © Andreas Gora/dpa
Berlin – Tobias Krick ist auf Social Media ein Phänomen. 1,4 Millionen Follower hat der Volleyball-Nationalspieler bei Instagram, bei Tiktok sogar 5,5 Millionen. Mit kurzen Clips hat der 2,13 Meter große Modellathlet von Rekordmeister BR Volleys eine riesige Gefolgschaft aufgebaut und sich damit längst für bezahlte Partnerschaften interessant gemacht.
„Über Sponsoren kriegt man dann Geld und das ist lukrativ geworden“, sagt der 26-Jährige, der mit so einem gesponserten Post schon mal fünf bis zehntausend Euro verdient. „Also es ist traurigerweise schon mehr, als ich im Volleyball verdiene.“
Für Fußball-Profis mit Millionengehalt ein netter Nebenverdienst, für einen Volleyball-Profi in der Bundesliga viel, viel mehr. Aus einem Hobby wurde ein zweites Standbein. Erst 2019 fing Krick mit Tiktok an und war zunächst nur sporadisch aktiv. „Dann hat es den Leuten ganz gut gefallen, und dann ist man so nach und nach da reingekommen“, erklärt der Olympia-Teilnehmer.
Viele der Videos ähneln sich: Ein selbst aufgenommener Clip geht fließend in spektakuläre Spielszenen über, unterlegt mit populären Songs. „Das ist jetzt kein Hexenwerk“, so der 26-Jährige. Der Mittelblocker macht bei den Videos fast alles selbst. Auf anderthalb Stunden pro Tag schätzt er den Aufwand. Für die gesponserten Posts arbeitet er mit einem großen Sportartikelhersteller und einer Computerhardwarefirma aus den USA zusammen.
Die meisten Follower kommen aus den USA und Brasilien. Länder, in denen Volleyball einen anderen Stellenwert hat, als in Kricks Heimat. Aber auch in Berlin wird er häufiger erkannt. „Die sehen mich eher als Influencer an, glaube ich, anstatt als professionellen Volleyballer“, sagt Krick.
Für die Playoffs in der Volleyball Bundesliga, die am kommenden Wochenende beginnen, muss Krick seinen Fokus dann aber wieder voll auf den Sport lenken. Sein Team, die Berlin Recycling Volleys, geht mit 70 von 72 möglichen Punkten aus der Hauptrunde als Topfavorit in die K.o.-Duelle.