Stürmt in die Weltspitze: US-Boy Ben Shelton ist aktuell die Nummer 14 der Tennis-Weltrangliste.
Führungs-Vierer: Christian Okon, Patrik Kühnen, Fabian Tross und BMW-Boss Stefan Heigl.
Die BMW Open im neuen Gewand: so sieht die neue Aufteilung auf dem Iphitos-Gelände aus.
München – Neues Stadion, neue Anlage, neue Spieler – die BMW Open (12. bis 20. April) präsentieren sich in rund vier Wochen in neuem Gewand. Durch die Hochstufung in eine höhere Kategorie des Weltverbandes ATP (500er) ändert sich in diesem Jahr einiges auf dem Gelände des MTTC Iphitos. Der größte „Eye-Catcher“: ein aus Stahlgerüsten aus dem Boden gestampfter temporärer Center Court für 6000 Zuschauer (bisher 3000) direkt gegenüber des Clubhauses.
Dort hätte Jannik Sinner eigentlich sein München-Debüt feiern sollen und wollen, doch der Weltranglisten-Erste fehlt wegen einer positiven Dopingprobe – angeblich hervorgerufen durch die Behandlung seines ehemaligen Physiotherapeuten Giacomo Naldi, der zuvor eine eigene Schnittwunde mit einem nicht erlaubten Spray behandelte. Doch auch ohne ihn kann sich das Teilnehmerfeld, das eigentlich um den Südtiroler herum aufgebaut worden war, mehr als sehen lassen. Denn so niedrig wie in diesem Jahr war der sogenannte „Cut“ (52) – der letzte gemeldete Spieler, der direkt ins Hauptfeld rutscht – noch nie.
Ein Verdienst von Ex-Profi Patrik Kühnen, der seit 2008 als Turnierdirektor fungiert. „Es ist das beste Feld, das wir je hatten“, sagt der dreimalige Davis-Cup-Sieger, als er die letzten Namen am Dienstag auf der Pressekonferenz im BMW Park preisgibt. Von Stammgast und Titelverteidiger Jan-Lennard Struff („Ihn musste ich nicht überreden“) über Gael Monfils („Spektakel!“) bis zu Ben Shelton („die Zukunft“) sind ein paar illustre Namen dabei. Dazu die beiden Topstars Alexander Zverev (Nr. 2 der Welt) und Taylor Fritz (Nr. 4).
Carlos Alcaraz (Nr. 3), Casper Ruud (Nr. 7), Andrej Rublev (8.) und Stefanos Tsitsipas (9.) schlagen beim „ebenbürtigen“ (Kühnen) Konkurrenz-Event in Barcelona auf. Drei der aktuellen Top-10 haben in dieser Woche noch nicht gemeldet. Indian-Wells-Sieger Jack Draper (Nr. 6) wäre womöglich eine Option. Er war bereits 2024 am Aumeister zu Gast und steht wie Novak Djokovic (Nr. 5) und Daniil Medwedew (Nr. 10) auf einer speziellen Wildcard-Liste, die bereits vor vielen Monaten abgegeben wurde. Bereits jetzt über eine solchen „Joker“ freuen kann sich der Nürnberger Justin Engel, der vor ein paar Jahren den Rudi-Berger-Nachwuchs-Cup gewann. „Die Zeit ist reif für ihn, deswegen schmeißen wir ihn so ein bisschen ins kalte Wasser“, sagt Kühnen über das 17-jährige DTB-Talent, dem Ende vergangenen Jahres gleich bei seinem ATP-Debüt der erste Sieg gelang.
„Unser Ziel war es, die Weltbühne nach München zu holen, aber den Iphitos-Charme zu erhalten“, sagt Club-Präsident Fabian Tross über den großen Entwicklungsschritt für ihn, sein Team und die Mitglieder. Auch Christian Okon, Geschäftsführer des Veranstalters MMP Event, wollte nicht „in einen Gigantismus verfallen“. Und so zeigt sich die Anlage trotz neuer 1000 Quadratmeter Käfer-Chalet-Hospitality weiter ziemlich nahbar.
Tross spricht dennoch zu Recht von einem „neuen Level“ – mit dem auch ein neuer Presenting-Partner einhergeht. Der US-amerikanische Finanzdienstleister American Express wird von einem Krypto-Broker abgelöst: Bitpanda. Das in Wien gegründete Unternehmen drängt verstärkt in den Tennis-Markt und hat sich Ende 2024 unter anderem Alexander Zverev und Stanislaw Wawrinka als Markenbotschafter eingekauft.
MATHIAS MÜLLER