Die Niederlage gegen Bayern müssen die Wolfsburgerinnen schnell abhaken, jetzt wartet Barcelona. © IMAGO
Wolfsburg – Frust-Erlebnis im Meisterkampf und den nächsten Kracher direkt vor der Brust – doch Alexandra Popp ließ keine Zweifel an ihrem VfL Wolfsburg aufkommen. „Ich sehe die Qualität dieser Mannschaft“, betonte die Kapitänin: „Ich weiß, was diese Truppe drauf hat, und ich weiß, was jede einzelne Spielerin drauf hat.“ Das müssen die Wölfinnen nur wenige Tage nach der bitteren Pleite gegen Bayern München dringend in der Champions League unter Beweis stellen. Doch die Hürde im Viertelfinale könnte dieses Mal höher kaum sein.
Denn niemand Geringeres als der Titelverteidiger FC Barcelona kommt am Mittwoch (18.45 Uhr/DAZN) zum Kräftemessen in die Wolfsburger VW-Arena. „Das ist eine überragende Mannschaft, wenn nicht sogar aktuell die beste Mannschaft im Frauenfußball“, sagte VfL-Abwehrspielerin und DFB-Vizekapitänin Janina Minge.
Auch Trainer Tommy Stroot weiß, dass auf sein Team „eine Mammutaufgabe“ wartet. Der VfL versuche aber „natürlich alles, um das Halbfinale zu erreichen“ – und damit die wohl letzte Titelchance zu wahren. Nach dem Aus im DFB-Pokal und dem vorentscheidenden Patzer im Meisterrennen beim FC Bayern am vergangenen Freitag (1:3) droht den Wölfinnen die erste titellose Saison seit 13 Jahren, zumal sie in der Königsklasse als klarer Außenseiter in das Duell mit Barcelona gehen.
Das katalanische Starensemble um die Weltfußballerin Aitana Bonmati peilt den dritten Königsklassen-Titel in Folge an, an einen Triumph des spanischen Serienmeisters erinnert man sich dabei auch in Wolfsburg schmerzlichst. Im Finale 2023 war nach einer 2:0-Führung der Henkelpokal in Eindhoven für den VfL schon zum Greifen nah gewesen, ehe Barcelona die Partie drehte und den VfL-Traum auf den letzten Metern noch zerstörte. „Wir haben noch eine Rechnung offen“, betonte Ralf Kellermann, VfL-Direktor Frauenfußball.
Bei beiden Teams habe sich seitdem viel getan, sagte Popp. Unter anderem habe Barca in Ewa Pajor „ja leider auch eine wirkliche Top-Stürmerin“ vom VfL bekommen. Die polnische Nationalspielerin hatte sich im vergangenen Sommer nach neun Jahren aus Wolfsburg Richtung Barcelona verabschiedet und trifft dort wie eh und je.
Doch Pajor sei bei Weitem „nicht die einzige Spielerin mit großem Tempo im Kader“ von Barca. Dennoch glauben die Wolfsburgerinnen an ihre Chance, auch wenn Popp den VfL derzeit als „Wundertüte“ sieht: „Irgendwie ist alles möglich.“ Auch Minge ist sich sicher: „Es ist alles drin – wenn wir einen guten Tag und ein bisschen Glück auf unserer Seite haben, dann können wir auch Barcelona schlagen.“
SID