TV-KRITIK

Deutsche far niente mit Schweini

von Redaktion

Schweinsteiger, Buffon und Sedlaczek (von links) auf dem Mailänder Rasen. © Screen: ARD

Wenn der Winter zu Ende geht, sehnt man sich nach Sonne, nach Wärme, nach italienischen Momenten mit schönen, eleganten Menschen. Wer würde da besser passen als Esther Sedlaczek und Bastian Schweinsteiger, die gestern im Ersten „Buona sera, Germania“ gesagt haben? Sie stehen fürs „Deutsche far niente“. Und wenn sie reden, gibt es nie einen Misston, quasi einen Panne-Tone. Hier kommt die italienische Fernsehkritik, la recensione della TV.

Le banalità: So nennen sie in Italien das Gedöns rund ums Spiel. Und er hat Spaß gemacht, der Fernseh-Fußball in azzurro. Bella Esther, la moderatrice, hatte wie gewohnt alles perfekt im Griff. Aber sie war ja auch zu zweit, im Sommer ist es so weit. Als Schweini ins Faseln kam, kommandierte sie ihn sofort ab: „Wir laufen schon mal los, Julian Nagelsmann erwartet uns gleich am Tisch.“

Und sie wusste, dass der greise Kommentator Tom Bartels schon 1997 im San Siro dabei war, als Schalke versehentlich den Uefa-Cup gewonnen hat: „Basti und ich waren da so um die zehn Jahre alt.“ Die Frau ist zum Knutschen, was sich der sangesfreudige Gigi Buffon auch nicht nehmen ließ.

L’esperto: Was wäre Experten-Basti ohne seine Esther, senza una donna? Der Kaschmir-Kolbermoorer hatte richtig Bock und verriet: „Allein schon, wenn die Nationalhymne der Italiener kommt, da singst du fast selber mit.“ Als es ums Retro-Jubiläums-Trikot ging, hatte Bello Basti eine charmante Spitze für Baby-Esther parat: „Dir passt’s nicht.“ Die Schwächen der Italiener analysierte Schweini schlau, so dass Gigi zugeben musste: „Bastian hat recht.“ Bloß blöd, dass die Italiener zumindest am Anfang nichts wussten von ihren Defiziten.

Il commentatore: Tom Bartels gab unentwegt schwere Schnaufer von sich, als wäre er der Darth Vader vom Ersten. Der Skisprung-Spezialist prophezeite zur Zukunft von Jo Kimmich als Rechtsverteidiger: „Er wird Richtung WM durchaus wahrscheinlich dort weiterspielen.“ Das kann durchaus wahrscheinlich so sein. Nach dem 0:1 gab er schon klein bei: „Das ist Italien, einfach zu viel Qualität“, als wären wir Liechtenstein. Italien-Stürmer Moise Kean taufte er schwungvoll in „Kane“ um – in Wahrheit heißt er „Ken“, wie Barbie. Tomaso, was redest Du da? Ma che dici?!

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