Auf der Suche nach seinen glorreichen Zeiten: Mit Barcelona wirbelte der einst teuerste Fußballer der Welt mit Lionel Messi und Luis Suarez. Nun spielt Neymar wieder in der Heimat beim FC Santos. © IMAGO/Casimiro
Santos – Eines schafft Neymar immer noch. Schlagzeilen produzieren, vor allem außerhalb des Fußballs. 128 Mal trug er das brasilianische Nationalmannschaftstrikot. In vielen Spielen führte Neymar die berühmte, aber wie er selbst seit Jahren kriselnde Seleção als Kapitän auf den Platz. Wenn er – wieder mal – nicht dabei sein kann, ist der „Neymar-Effekt allgegenwärtig“, berichtete das brasilianische TV-Netzwerk „O Globo“ zu Wochenbeginn aus Brasilia. „Trotz seiner Abwesenheit waren Trikots mit seinem Namen der Renner“, hieß es.
In der Hauptstadt bereitet sich der fünfmalige Weltmeister auf die immens wichtigen WM-Qualifikationsspiele gegen Kolumbien dort im Estádio Nacional Mané Garrincha (Freitag, 1.45 Uhr) und vor allem bei Weltmeister und Erzrivale Argentinien vor. Kolumbien ist Vierter mit 19 Punkten, Argentinien Erster mit 25 Zählern.
Brasilien liegt aktuell aber nur auf Rang fünf, hat gerade mal 18 Punkte und muss zittern, sich für die WM in den USA, Kanada und Mexiko zu qualifizieren. Neymar kann nicht helfen, mit dem Auswahl-Comeback nach über anderthalb Jahren wird es nichts. Nun macht der Oberschenkel Probleme. Aber auch bei Argentinien fällt Megastar Lionel Messi verletzt aus.
2017 wurde Neymar da Silva Santos Júnior der teuerste Fußballer der Welt: Irrsinnige 222 Millionen Euro kostete sein Wechsel damals vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain. 25 Jahre war Neymar damals. Bestes Fußballer-Alter. Was hat er daraus gemacht? Zu wenig bei seinem Talent, würden manche sagen.
Knapp acht Jahre später wirkt seine Karriere, als klinge sie aus. Flucht aus Paris im Sommer 2023 nach Saudi-Arabien, Flucht aus Saudi-Arabien nur anderthalb Jahre später nach Brasilien, zurück zu seinem einstigen Verein FC Santos. Wohlfühlatmosphäre und Heimat, um sich vielleicht doch nochmal für europäische Großclubs zu empfehlen, wie den FC Barcelona. Dort feierte Neymar vor allem mit Lionel Messi und dem Uruguayer Luis Suárez die größten Erfolge.
Doch so wie der FC Barcelona die biederen Annäherungsversuche bereits abschlägig beschieden hat, wurde es auch nichts mit einer großen Wiedervereinigung der drei Südamerikaner in der MLS bei Inter Miami. Und so erzählt Neymar dieser Tage unter anderem lieber, wie er beinahe vor über einem Jahrzehnt wegen Pep Guardiola zum FC Bayern gegangen wäre.
Dass er nach seiner von beiden Seiten überschwänglich gefeierten Ankunft beim FC Santos zunächst per Hubschrauber zum Training kam, ist eine Sache. Dass er zuletzt verletzt in einem wichtigen Spiel fehlte, aber zuvor beim Karneval in Rio de Janeiro war, eine andere. Hinzu kamen jüngst auch pikante Schlagzeilen um sein Privatleben und eine angebliche Party, die seine Agentur Medienberichten zufolge aber umgehend dementieren ließ. „Neymar Jr. ist unverbesserlich: eine Kontroverse schlimmer als die andere“, schrieb Spaniens Sportzeitung „As“.
DPA