London – Thomas Tuchel kennt den Text. Natürlich. „God save our gracious King, Long live our noble King, God save the King“. Dennoch wird der neue Nationaltrainer von England die Hymne bei seinem Debüt am Freitag nicht mitsingen. Er spüre, dass er sich „das Recht, sie zu singen, erst verdienen muss“, sagte Tuchel, „weil sie so bedeutungsvoll, emotional und kraftvoll ist“.
Tuchel weiß: Auf der Insel sehen ihn viele skeptisch. Seine Mission ist heikel, der Druck immens, die Medien beäugen ihn argwöhnisch – ausgerechnet ein Deutscher soll all die Hochbegabten um Bayern-Star Harry Kane und Jude Bellingham von Real Madrid zum WM-Titel im nächsten Jahr führen. 60 quälend lange Jahre nach dem ersten und bisher letzten großen Triumph.
„Ich bin hier, um einen weiteren Stern auf das Trikot zu setzen“, sagte der 51-Jährige dem Telegraph zufolge in seiner ersten Ansprache gegenüber Kane und Co., sein Debüt im Wembley-Stadion in der Qualifikation gegen Albanien (Freitag, 20.45 Uhr) soll der Beginn von etwas Großem sein.
Mittelfeldstar Morgan Rogers, der bei Aston Villa unter Unai Emery trainiert und bei Manchester City mit Pep Guardiola zusammen gearbeitet hat, schwärmt jedenfalls von Tuchel. Der Ex-Coach von Bayern München habe eine „Aura, die ich noch nie erlebt habe“, sagte Rogers: „Es ist schwer zu beschreiben, aber er hat ein solches Maß an Selbstvertrauen. Er ist so entspannt und ruhig. Aber wenn es Zeit ist zu arbeiten, dann ist es Zeit zu arbeiten.“
SID