TSV 1860

Ansteckende Leidenschaft

von Redaktion

Wintertransfers Maier, Abiama, Lucoqui begeistern Glöckner

Frech und trickreich: Dickson Abiama. © sampics

Ärmelhochkrempler: Der Ex-Ulmer Maier. © IMAGO

München – Auch am Donnerstag im Donaustadion haben sie sich knapp verpasst. Als Dennis Dressel zur Pause bei Gastgeber Ulm ausgewechselt wurde, kam aufseiten des TSV 1860 Philipp Maier ins Spiel. Zwei zentrale Mittelfeldlenker, beide mit einem riesigen Löwen-Herz, doch bereits im Winter galt für die beiden Oberbayern: Es kann nur einen geben.

Rückblende: Die Löwen suchten im Januar einen zweiten Top-Sechser, hatten dabei Dressel (26, Grazer AK) und Maier (30, Ulm) in der engeren Auswahl. Und wie es so läuft auf dem Marktplatz Fußball: Irgendwann fällt der erste Dominostein. Stark verkürzt ausgedrückt: Weil Maier freiwillig den SSV Ulm verließ, machte er dort Platz für Dressel, der ansonsten vielleicht zu 1860 zurückgekehrt wäre, wo er die ersten 15 Jahre seiner Karriere verbracht hatte (2007 bis 22).

Wie sich die Rückrunde an der Grünwalder Straße mit Dressel entwickelt hätte? Ein reizvolles Gedankenspiel. Man wird es leider nie erfahren, doch fest steht: Die Löwen sind sehr zufrieden mit Maier, der wie die anderen beiden Winterzugänge Dickson Abiama und Anderson Lucoqui dazu beigetragen hat, lange vermisste Sekundärtugenden ins Team zu tragen: Leidenschaft, Laufstärke und Kampfgeist.

Dass dabei nicht alles rund läuft, verzeiht man Mentalitätslöwen wie Maier. Zum Beispiel am Donnerstag: zweimal geschlafen, zweimal schlug sein Ex-Mitspieler Felix Higl zu. Ulm siegte mit 2:0, aber es war ja nur ein Test. In der Liga, macht Patrick Glöckner deutlich, habe Maier bisher die Erwartungen erfüllt. „Wir haben auf dieser Position einen tiefen Sechser gebraucht“, sagte der 1860-Trainer zu unserer Zeitung: „Mit Philipp haben wir einen Spieler, der viel unterwegs ist, eine enorme Laufleistung an den Tag legt. Er soll der Mannschaft mit seiner Erfahrung weiterhelfen.“

Ähnliches gilt für Abiama und Lucoqui, die vorne bzw. links hinten ihre Qualitäten einbringen. Abiama habe sich erst eingewöhnen müssen, urteilt Glöckner über den pfeilschnellen Stürmer: „Man darf nicht zu viel erwarten, wenn ein Spieler länger nicht auf dem Platz stand. Gegen Unterhaching hat er gezeigt, wozu wir ihn geholt haben. Er hat die Bälle festgemacht, war frech, hatte gute Ideen. Wenn er diese Qualitäten beibehält, ist er ein wichtiger Spieler für uns.“

Genau wie Lucoqui links hinten. „Generell haben wir ihn geholt, weil wir wissen, wie zuverlässig er ist“, sagt Glöckner: „Er ist auf dieser Position eine Bank, macht kaum Fehler, hat sowohl ein sehr genaues Passspiel als auch kämpferische Tugenden. Die Attribute, die du als Löwenspieler brauchst, gehen genau in diese Richtung: sich aufzuopfern, niemals aufzugeben und damit das Stadion auch mitzunehmen.“

Die Bereitschaft, den steinigen Weg zu gehen, war letztlich auch für Maier entscheidend, freiwillig eine Liga abzusteigen – obwohl er in Ulm Stammspieler war. Und abgerechnet wird eh zum Schluss: Setzt sich der eingeschlagene Trend fort, wird Maier auch nächste Saison mit 1860 in der 3. Liga spielen. Einer der Gegner könnte dann sein Ex-Club Ulm sein – mit dem verhinderten Rückkehrer Dressel.
MBU, ULK

Artikel 1 von 11