Vitoria – Am Ende dieses gebrauchten Arbeitstages in Vitoria blieb Gordon Herbert noch nicht einmal die gewünschte Erfrischung. Der Trainer der Basketballer des FC Bayern wollte sich bei der Pressekonferenz die Cola auf seinem Podium genehmigen. Doch die war nur zu Werbezwecken dort positioniert. Es blieb ein Wasser. Was irgendwie zum Auftritt der Bayern passte.
89:112 gingen Vladimir Lucic und Kollegen im Baskenland unter. Und noch ehe die heiße Woche mit insgesamt fünf Partien in zehn Tagen so recht begonnen hat, verfestigt sich der Eindruck, dass den Bayern zur Unzeit die Luft ausgeht. Schon zuletzt gegen Efes Istanbul vermochte man nur eine Halbzeit lang, defensiven Druck auszuüben. In Vitoria reichte es dafür nur im zweiten Viertel. Heraus sprang Baskonias wohl beste Saisonleistung, wie Spielmacher Markus Howard befand, der den Münchnern alleine 27 Punkte einschenkte. „Frustrierend, superfrustrierend“, fand Weltmeister Niels Giffey das.
Und die Dinge werden nicht einfacher. Nach dem BBL-Zwischenprogramm am Samstagabend (18.30 Uhr) im heimischen SAP-Garden geht es schon am Dienstag zurück nach Spanien, wo man beim zuletzt zunehmend erstarkenden FC Barcelona ran muss. Zwei Tage später kommt in Partizan Belgrad der nächste direkte Rivale in den Garden. Und Giffey ahnt, was angesichts der immer dichter zusammenrückenden Tabelle die Stunde geschlagen hat. „Wir müssen jetzt anfangen, wieder etwas zu gewinnen, auch auswärts“, sagte er.
Denn was sich schon seit einiger Zeit andeutet, wird in diesen Tagen immer deutlicher. Vier Spiele vor dem Hauptrundenende der Königsklasse ist für die Bayern Platz drei und damit ein Viertelfinale mit Heimrecht eine immer noch ebenso realistische Option wie der Absturz auf Platz zehn, auf dem man sich die dritte Viertelfinalteilnahme der Euroleague-Historie über die kniffligen Play-Ins erstreiten müsste.
RP