Playoff-Härte? Kämpfe gab es in Mannheim zuhauf. © IMAGO
Mannheim – War das das Schlüsselspiel des Viertelfinals? Zumindest hat der EHC Red Bull München gegen die Adler Mannheim ein weiteres dickes Zeichen gesetzt. Das Team von Trainer Don Jackson nahm die Kurpfälzer in der Mannheimer Arena mit 5:2 (3:1, 1:0, 1:1) regelrecht auseinander. 2:1 also in der Serie nach dem Modus best of 7 – schon am Sonntag (19 Uhr) könnte man sich Matchpucks erspielen. Markus Eisenschmid, Yasin Ehliz (2), Chris Desousa und Tobi Rieder trafen für die Münchner, Tom Kühnhackl und Leon Gawanke für die Adler.
Der EHC startete dabei von Beginn an mit EHC-Intensität, hielt Mannheim über weite Strecken auf Distanz von seinem Tor. Schon auf Münchner Eis hatten die Adler zwar jede Menge Schüsse in der Statistik stehen. Aber die kamen mehrheitlich von der blauen Linie angeflogen. Gut für Evan Fitzpatrick, der den verletzten Mathias Niederberger mit einem weiteren Klassespiel vertrat.
Die Münchner Offensive dagegen suchte den geradlinigen Weg direkt vors Tor. Und das klappte schnell. Erster Schuss, erstes Tor. Markus Eisenschmid, so etwas wie der Experte dieser Serie, schickte eine Hereingabe von Kapitän Patrick Hager direkt ins Netz. Ganze 54 Sekunden waren gespielt. Fünf Minuten später schwindelte sich Yasin Ehliz vor Adler-Schlussmann Arno Tiefensee – 2:0.
Und je länger das Spiel dauerte, umso mehr schien den Mannheimern die Münchner Effizienz aufs Gemüt zu schlagen. Die Adler wurden zunehmend konfuser. Versuchten mit Härte wettzumachen, was spielerisch überhaupt nicht funktionierte. Aber mehr als Tom Kühnhackls Stochertor zum zwischenzeitlichen 1:2 (14.) wollte nicht herausspringen. Und das fiel kaum ins Gewicht. Weil der EHC mit fast schon klinischer Präzision an diesem Auswärtsspiel weiter schnitzte.
Wozu die zunehmend auseinanderfallenden Mannheimer vor allem mit einer Vielzahl an Unbeherrschtheiten auch das ihrige beitrugen. Der EHC bekam die ein oder andere Gelegenheit das zuletzt nicht immer sattelfeste Powerplay zu trainieren. Yasin Ehliz schloss einen Spielzug zum Zungeschnalzen mit dem 4:1 (35.) ab – Treffer Nummer drei hatte Rückkehrer Chris Desousa beigesteuert.
Desousa war zuletzt ja wegen eines überharten Checks gegen Adler Luke Esposito gegen Ende der Hauptrunde gesperrt. Und der Mannheimer schien es EHC-Verteidiger Koni Abeltshauser in gleicher Münze zurückzahlen zu wollen. Esposito rammte den unvorbereiteten Münchner gegen die Bande und durfte duschen gehen. Die Adler-Fans hätten Ähnliches auch gerne für Münchens Tobi Rieder gesehen, der bei einer Torszene Tiefensee unglücklich am Kopf traf. Die Schiedsrichter winkten ab, die Fangemeinde fiel völlig aus der Rolle und feuerte Münzen aufs Eis.
Irgendwann wurde wieder Eishockey gespielt. Rieder machte die Mannheimer Demontage perfekt.
PATRICK REICHELT