Mit letzter Kraft: Preuß auf dem Zielstrich. © Parsa/AFP
Oslo – Am Ende musste ein Wimpernschlag entscheiden. Und er entschied zu Gunsten von Franziska Preuß. Und mit dem dritten Saisonsieg schnappte sich die deutsche Top-Biathletin schon einmal die kleine Kristallkugel im Sprint. Das große Ziel Gesamt-Weltcup – es rückte immerhin ein Stückchen näher. Denn: Der Vorsprung im Kampf um die große Kristallkugel auf die Französin Lou Jeanmonnot wächst damit bei zwei ausstehenden Rennen von 20 auf 35 Punkte an.
Preuß setzte sich beim Weltcupfinale am Holmenkollen dank fehlerfreiem Schießen und toller Laufzeit mit zwei Zehntelsekunden Vorsprung auf ihre schärfste Rivalin durch. „Ich bin vom Mindset reingegangen wie bei der WM – entweder Top oder Flop. Ich wollte ein gutes Rennen machen für mich selber. Ich bin mega erleichtert, dass es hingehauen hat“, sagte Preuß in der ARD: „Ich habe versucht zu genießen, weil es vielleicht das letzte Mal in Gelb ist. Aber es war zum Glück nicht das letzte Mal.“
Mit zwei schnellen und fehlerfreien Schießserien legte die mit Startnummer 42 in den Wettkampf gegangene Sprint-Vizeweltmeisterin stark vor. Doch die drei Minuten später gestartete Jeanmonnot behielt ebenfalls am Stand die Nerven, sodass letztlich nach 7,5 Kilometern 0,2 Sekunden zwischen den beiden Rivalinnen lagen. Mit ihrem zwölften Treppchen des Weltcupwinters sicherte sich Preuß die Disziplinwertung im Sprint, es ist ihre zweite kleine Kristallkugel nach dem Massenstart-Weltcup in der Saison 2014/15.
Selina Grotian (1/+2:11,5) war auf der ersten Runde gestürzt und verlor mit einem Platz jenseits der Punkteränge in der U23-Wertung entscheidend an Boden. Sophia Schneider (1/+1:21,8) und Julia Tannheimer (1/+1:29,0) zeigten ordentliche Rennen.
Am Wochenende sind noch 180 Punkte im Kampf um den Gesamtweltcup zu vergeben. Auf das Jagdrennen am Samstag (15.50 Uhr) folgt noch der Massenstart am Sonntag (13.15 Uhr/jeweils ARD und Eurosport), ehe es in die achtmonatige Weltcuppause geht. Im Verfolgungsweltcup hat Preuß bei 79 Punkten Rückstand auf Jeanmonnot nur noch theoretische Chancen, die kleine Kugel im Massenstart ist bei 41 Zählern Vorsprung auf die schärfste Verfolgerin Elvira Öberg dagegen greifbar.
Bereits zuvor hätte das letzte Weltcup-Wochenende seiner Karriere für Biathlon-Star Johannes Thingnes Bö wohl kaum märchenhafter starten können. In seiner norwegischen Heimat gewann der 31-Jährige den Sprint über zehn Kilometer und entschied mit dem 91. Erfolg seiner Laufbahn auch die Disziplinwertung für sich.
SID/DPA