Der Superstar ist bedient: Ronaldo und Portugal stehen vor dem Nations League-Aus. © Jonathan Nackstrand/AFP
Jubeln wie das Idol: Rasmus Höjlund (li.) feiert das Siegtor in der berühmten CR7-Pose. © IMAGO/Michael Barrett Boesen
Kopenhagen – Im Moment der völligen Ekstase brach das Kind aus Rasmus Höjlund heraus. Losgelöst rannte der Däne nach seinem Siegtreffer (78.) gegen Portugal zur Eckfahne, vollführte eine halbe Drehung und schrie seinen Mitspielern in klassischer Cristiano-Ronaldo-Manier ein lautstarkes „Siuuu“ entgegen.
Bei der Jubel-Kopie habe ihn „der siebenjährige Fan in mir“ übermannt, gestand der 22-Jährige. Doch wichtig war ihm auch: „Ich habe es nicht gemacht, um ihn zu verhöhnen.“ Schließlich habe er gegen „den weltbesten Fußballer“ gespielt, „mein Idol“, stellte der Angreifer beim dänischen Sender TV2 klar. „Ich habe ihn 2009 gesehen, als er per Freistoß getroffen hat, seitdem bin ich immer ein Fan gewesen. Zu treffen und der Matchwinner zu sein – es könnte nicht besser sein“, frohlockte der Profi von Manchester United.
Im Spiel hatten die Dänen die große Chance zur Führung zunächst liegen lassen, weil Christian Eriksen in der ersten Halbzeit mit seinem Handelfmeter an Portugals Torwart Diogo Costa scheiterte. Am Ende war es aber Ronaldo, der traurig dreinblickte. Nicht nur, dass er die demütigende Jubel-Nachahmung aus nächster Nähe beobachten musste, frustrierte den Kapitän der Selecao. Auch die Tatsache, dass sich seine Portugiesen jetzt ziemlich strecken müssen, um das Halbfinale der Nations League noch zu erreichen, stimmt den 40 Jahre alten Weltstar nicht zwingend positiv.
Portugals Trainer Roberto Martinez fand nach dem Spiel deutliche Worte. „Das ist die schlechteste Leistung, seit ich Trainer der portugiesischen Nationalmannschaft bin und wir müssen sie akzeptieren. Wir müssen Dänemark gratulieren“, so das harte Urteil des 51-Jährigen Spaniers.
Höjlund wiederum hat nun, gemeinsam mit seinem Team, beste Karten, sein Vorbild aus der Nations League zu kegeln. Nach dem knappen Hinspiel-Erfolg in Kopenhagen gehen die Dänen mit einem Vorteil ins Rückspiel am Sonntag (20.45 Uhr/DAZN) in Lissabon.
Die Skandinavier wollen jetzt unbedingt ins Halbfinale, wo sie auf die DFB-Elf treffen könnten. Sofern sich auch die Mannschaft von Julian Nagelsmann nach dem 2:1-Hinspielerfolg gegen Italien behaupten sollte, träfen Dänemark und Deutschland im Halbfinale Anfang Juni in Stuttgart oder München aufeinander.
SID