Kämnas Leidenszeit endet in Katalonien

von Redaktion

Zurück im Rennalltag: Kämna steigt ein Jahr nach seinem schlimmen Verkehrsunfall wieder ein. © IMAGO

München – Lennard Kämna ist bereit. Knapp ein Jahr hat der deutsche Radprofi nach seinem schweren Unfall gelitten, gekämpft, gezweifelt und gearbeitet. Am Montag kehrt der Tour-Etappensieger bei der Katalonien-Rundfahrt endlich ins Renngeschehen zurück. „Ich freue mich sehr. Es war eine lange Zeit. Ich habe gut trainiert im Winter und fühle mich gut vorbereitet“, sagt er.

An der Costa Brava, wo mit der 178,6 km langen Auftaktetappe in Sant Feliu de Guíxols der Startschuss fällt, stehen die Zeichen für Kämna auf Neuanfang. Nach 379 Tagen wird der 28-Jährige wieder eine Startnummer an sein Trikot heften, erstmals für sein neues Team Lidl-Trek, dem er sich zur neuen Saison angeschlossen hat.

Eigentlich ist das Alltag im Leben eines Rennfahrers. Für Kämna ist es angesichts seiner Vorgeschichte aber nichts Selbstverständliches. Vor knapp einem Jahr war an einem Renneinsatz auf dem Rad nicht zu denken.

Am 3. April 2024 endete eine Trainingsfahrt auf Teneriffa auf der Intensivstation. Bei einem schlimmem Verkehrsunfall erlitt Kämna schwerwiegende Verletzungen: ein schweres Thoraxtrauma, Rippen-Frakturen, eine Lungenprellung – die Sorgen waren groß.

Kämna kämpfte monatelang mit den Folgen des Unfalls, körperlich wie auch mental. Der Weg zurück, der nun sein Ende findet, war nicht frei von Rückschlägen und Zweifeln. Die innere Motivation, die komplette Mobilität wieder herzustellen, war stets groß. Die Motivation, sich in den Profiradsport zurückzukämpfen, war dagegen mitunter limitiert.

Der Gedanke ans Aufhörens sei nie „groß gereift“, sagte er im Januar. Nun ist die alte Leidenschaft komplett zurück. Kämna hat den Unfall und seine Begleiterscheinungen aufgearbeitet – und ist bereit für neue Herausforderungen.
SID

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