Viel Wirbel, aber kein Tor: Am Ende wurde dem EHC die fehlende Effizienz zum Verhängnis. © IMAGO
München – Es hatte so etwas wie eine Wiederauferstehung werden sollen, dieses sechste Viertelfinale – es wurde der Abgesang auf eine durchwachsene Saison. 1:2 (0:1, 0:1, 1:0) ging der EHC Red Bull München erneut gegen die Adler Mannheim baden. 2:4 also – die Kurpfälzer ziehen ins Halbfinale, für den Meister von 2023 heißt es Urlaub.
Der Großteil der 10 796 im natürlich vollgepackten SAP Garden hatte vermutlich auf einen EHC mit dem Selbstverständnis eines Teams gewartet, das in dieser Serie eigentlich ziemlich viel richtig gemacht hatte. Doch wenn die Münchner das hatten in diesem Do-or-die-Spiel, dann war es spätestens nach gut drei Minuten vorbei damit. In dem Moment, in dem Mannheims Kristian Reichel ein Zuspiel des Finnen Markus Hännikäinen ziemlich humorlos, flach ins Münchner Tor drosch.
Das war ziemlich genau die Entwicklung, die den Adlern in die Karten spielte. Das Team von Trainer Dallas Eakins konnte sich aus einer kompakten Defensive auf gelegentliche, aber meist brandgefährliche Vorstöße konzentrieren. Und die Gastgeber? Durften sich abmühen, anrennen. Doch Kapitän Patrick Hager & Co wirkten verunsichert.
Wo ist sie hin, die Sicherheit, mit der man Mannheim vor allem bei den beiden 5:2-Erfolgen in den Spielen zwei und drei, zeitweise auch bei der Overtime-Niederlage am Dienstag auseinandergenommen hatte. Ja, die Red Bulls arbeiteten sich in dieses Spiel hinein. Aber vor allem vor dem Tor fehlte die letzte Überzeugung. Sogar bei Torjäger Chris Desousa war das so, der Mitte der zweiten Halbzeit mit einem Penalty ziemlich kraftlos an Mannheims Schlussmann Arno Tiefensee scheiterte.
Es hätte so eiin Moment sein können, die Partie noch mal an sich zu reißen. Auch wenn Marc Michaelis zwei Minuten zuvor einen Konter trocken zum 0:2 abgeschlossen hatte (28.). So rannte die Münchner zwar weiter an, trafen den Pfosten. Doch auch im Netz landete auch im zweiten Abschnitt zwar einmal Yasin Ehliz, aber eben nicht der Puck. Was schon ziemlich stark an den vergangenen Sonntag erinnerte, als der viermalige Meister an gleicher Stelle mit ziemlich ähnlichem Matchverlauf an Mannheim zerschellte. Für viele der Moment, in dem EHC das Viertelfinale aus den Händen rann.
Und weil im Schlussabschnitt neben vielen Aaah und Ooohs eben nur noch Andi Eders spätes Tor heraussprang (59.), geht der EHC Red Bull München nun mit ziemlich gespaltenen Gefühlen aus einer seltsamen Serie, zum Ende einer nicht weniger seltsamen Saison. In der so manches gut war, aber vieles halt auch nicht. Bis hin zu gleich drei Trainern (Toni Söderholm, Max Kaltenhauser, Don Jackson), von denen keiner den Verein sportlich so vollends zu stabilisieren vermochte.
Schwacher Trost, dass nun sogar noch mehr Zeit bleibt als nach dem Halbfinal-Aus im Vorjahr um die Grundlagen für eine bessere Zukunft zu legen. Von denen viele mit dem neuen Trainer zusammenhängen werden. Rückkehrer Don Jackson hatte sich ja nur als Nothelfer für die Schlussphase der Saison zur Verfügung gestellt.
PATRICK REICHELT