Der Hunger bleibt groß: Djokovic wäre der dritte Profi im Club der Hunderter – nach seinem langjährigen Rivalen Roger Federer und Jimmy Connors. © Lavandier/dpa
Miami – Zwei Siege bis zum nächsten großen Meilenstein: Der nimmermüde Tennisstar Novak Djokovic jagt mal wieder einem großen Ziel hinterher – beim Masters in Miami will er endlich seinen 100. Turniersieg auf der Tour feiern. Und der Serbe ist guter Dinge, sich diesen Traum erfüllen zu können. „Ich spiele offensichtlich das beste Tennis, das ich seit Langem gespielt habe“, sagte der Grand-Slam-Rekordsieger vor der Halbfinalpartie gegen den Bulgaren Grigor Dimitrow am Freitagabend (Sky).
„Es ist toll, wenn ich solche Turniere und solche Leistungen erlebe. Das motiviert mich und spornt mich an, noch mehr zu machen“, sagte Djokovic, der sich in Miami in starker Form präsentiert und als Turnierfavorit ins Halbfinale geht. Besonders auf seine Aufschlagsleistung, die „beste seit Langem“, kann sich der Serbe verlassen: „Es macht das Leben auf dem Platz einfacher, wenn man seinen Aufschlag fühlt“, sagte er.
Der 37-Jährige würde mit seinem 100. Titel Mitglied eines elitären Klubs werden. Dieses Kunststück gelang bisher nur dem Schweizer Roger Federer (103 Titel) und dem US-Amerikaner Jimmy Connors (109). Djokovics bislang letzter Triumph, sein 99. im Profitennis, war der bei den Olympischen Spielen im vergangenen August. Bei den ATP-Turnieren ging er teils von Verletzungen gebeutelt 2024 leer aus.
Einen Rekord hat Djokovic in Miami bereits mit seinem Viertelfinalerfolg in zwei Sätzen über Sebastian Korda aufgestellt. Er ist nun der älteste Spieler, der je im Halbfinale eines 1000er-Turniers stand. In einem möglichen Endspiel wartet auf den sechsmaligen Miami-Gewinner ein Duell mit Lokalmatador Taylor Fritz oder dem Tschechischen Toptalent Jakub Mensik (19).
Derweil ist der Siegeszug eines aufgehenden Sterns in Florida nun doch beendet. Alexandra Eala, die 140. der Weltrangliste von den Philippinen verlor im Halbfinale gegen die US-Amerikanerin Jessica Pegula mit 6:7 (3:7), 7:5, 3:6. Die erst 19-jährige Eala hatte im Laufe des WTA-Turniers in einem eindrucksvollen Siegeszug unter anderem die Tennis-Weltranglisten-Zweite Iga Swiatek, die Australian-Open-Siegerin Madison Keys und die frühere French-Open-Gewinnerin Jelena Ostapenko bezwungen.
Bei Eala war die Enttäuschung nach dem Match zunächst natürlich groß, dennoch erfüllte ihr Auftritt sie mit Stolz. „Ich habe buchstäblich alles gegeben, was ich hatte, ich bestehe zur Hälfte aus Tape, ich bin wie eine Mumie“, scherzte sie: „Ich habe alles gegeben und ich bereue nichts.“ Für einen derartigen Lauf müssten „die Sterne in einer Reihe stehen, und das taten sie diese Woche, und hoffentlich kann ich das beibehalten – das ist jetzt mein Ziel“, fügte sie hinzu.
SID