NBA bläst zum Frontalangriff auf Euroleague

von Redaktion

Der Blick geht über den Atlantik: NBA-Comissioner Adam Silver. © Clark/AFP

München – Den alten Traum vom grandiosen europäischen Basketball-Spektakel hat Adam Silver genau vor Augen. Hier Paris Eiffel Towers gegen Berlin United, dort Rome Emperors gegen London DunKings – und mittendrin einige legendäre Weltmarken des Fußballs: Real Madrid! Bayern München! Das alles unter dem Dach der NBA. Mehr geht kaum.

„Wir spüren, dass es an der Zeit ist, diese nächste Stufe zu zünden“, sagte NBA-Commissioner Adam Silver nach der Liga-Versammlung in New York. Geradezu „euphorisch“ seien entsprechende Pläne dabei begrüßt worden, die finanziellen Möglichkeiten einer NBA Europe locken – das ist die realistischste Deutung des Zitats „Gelegenheiten erkunden“.

Die Sache, in Kooperation mit dem Weltverband FIBA wäre vor allem ein Frontalangriff auf die Euroleague, die derzeit die Elite Europas versammelt. Denn das klingt in den Gedankenspielen aus Übersee durch: Man will genau die dort organisierten sportlichen Großmarken locken. Die könnten sich zwar nur gegen eine Vertragsstrafe aus dem Konstrukt lösen. Aber die wäre dem Vernehmen nach ein überschaubares Hindernis. Zu den begehrten Marken gehört auch der FC Bayern. Dessen Basketball-Chef Marko Pesic hatte sich zur NBA-Idee in der Vergangenheit offenbar auch bei der Euroleague stets eher ablehnend geäußert, zuletzt gar nicht mehr.

Ansonsten denkt man daran, mit (europäischen) Großinvestoren auch komplett neue Organisationen zu schaffen. In der traditionellen europäischen Sportlandschaft zumindest eine Herausforderung. Und doch: Nicht zuletzt für Berlin gibt es das Gedankenspiel einer neuen Franchise – attraktiv gepusht durch eine Hunderte Millionen Euro schwere Investition. Woher diese kommen könnte? Völlig offen.
SID/RP

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