München – Im vergangenen Sommer stand Ralf Rangnick kurz vor einer Verpflichtung als Trainer des FC Bayern. Am Ende entschied sich der 66-Jährige dazu, kurz vor der Europameisterschaft Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft zu bleiben – und die Münchner holten überraschend Vincent Kompany. Fast ein Jahr später gibt es wieder Gerüchte um ein Engagement Rangnicks beim Rekordmeister.
Neuester Anlass: Bosse des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) schossen in einem Interview gegen den Fußball-Professor. „Rangnick ist sehr schwierig“, sagte u.a. ÖFB-Präsident Wolfgang Bartosch dem „profil“.
Das österreichische Magazin berichtet zudem, dass der FC Bayern erneut ein Auge auf den Fußball-Fachmann geworfen habe. Demnach halte Ehrenpräsident Uli Hoeneß große Stücke auf Rangnick, den er gerne als „Mastermind“ in München hätte. Laut „Bild“ gehe es um eine ähnliche Rolle, wie sie Jürgen Klopp als neuer „Global Head of Soccer“ bei Red Bull seit Januar 2025 innehat.
Ob ein solcher Posten für Rangnick reizvoll ist, ist eher fragwürdig. Fakt ist: Hoeneß und er schätzen sich gegenseitig sehr. Eine neuerliche Kontaktaufnahme des FCB zur Rangnick-Seite hat es nach unseren Informationen aber noch nicht gegeben.
Coach Kompany steht in München nicht zur Diskussion. Sportvorstand Max Eberl (Vertrag bis 2027) wiederum konnte zuletzt die Verträge von Alphonso Davies, Jamal Musiala und Joshua Kimmich verlängern. Die Unterschriften hatten aber ihren Preis. Ein Vorwurf: Eberl gehe zu sorglos mit Zahlen um. Zudem wird seine Arbeit in der Führungsetage inzwischen kritisch gesehen.
Zeitpunkt wichtig
Mit Campus-Boss Jochen Sauer und Sportdirektor Christoph Freund hat Rangnick jedenfalls bereits in Salzburg hervorragend zusammengearbeitet. Das Trio hat eine hohe Meinung voneinander.
Für Rangnick dürfte bei einem neuen Job auch der Zeitpunkt eine Rolle spielen. Sollte er ÖFB-Teamchef bleiben, würden nach dem Champions-League-Finale (31. Mai) Anfang Juni WM-Quali-Spiele anstehen. Kurz davor würde er sein Team, das für ihn durchs Feuer geht, wohl kaum verlassen.
PHILIPP KESSLER