Bloß kein Endspiel gegen Aue!

von Redaktion

Abstiegskampf spitzt sich zu: 1860 braucht sieben Punkte aus acht Spielen

Rettet Euch! Patrick Glöckner, Trainer der Löwen. © Sampics

München – Ein Drittliga-Krimi zur Tatort-Zeit – und viele Löwen-Fans dürften am Sonntagabend mitgefiebert haben, leider ohne dass das Schaudern nach Übertragungsende nachgelassen hat. Zwar gelang Sandhausen die Führung im kleinen Ländle-Derby, doch Stuttgart II schlug postwendend zurück. Mit 2:1 gewann der VfB das Kellerduell in Großaspach. Ein Ergebnis, das die Trends beider Kontrahenten bestätigt – und bis nach München-Giesing ausstrahlt. Bei einem Sandhäuser Sieg wäre der 1860-Patzer in Osnabrück (0:1) weitgehend folgenlos geblieben. So aber ist der Vorsprung der Löwen auf Platz 16 arg zusammengeschrumpft. Drei Punkte sind es nur noch, und jeder, der die 3. Liga verfolgt, weiß, wie schnell die verspielt sein können…

Nachdem nun 30 Runden absolviert sind, spitzt sich die Lage in der Tabelle immer mehr zu. Aus Sicht der Löwen stellt sich die Formel, die dem Rettungsplan zugrunde liegt, so dar: 39 Punkte stehen auf der Habenseite, 46 peilt Trainer Patrick Glöckner an, weil die schon immer für den Klassenerhalt gereicht haben – fehlen also sieben Punkte, zu holen in acht verbleibenden Spielen. „Wir müssen die Situation annehmen, wie sie ist“, schaltete Glöckner nach der Osnabrück-Pleite auf Fatalismus. Gleichzeitig versprach er: „Wir werden nicht nachlassen!“ Ein Blick auf das Programm bis zum Stichtag 15. Mai zeigt, dass das auch keine gute Idee wäre.

Cottbus (H): Das Überraschungsteam der Hinrunde schwebt im neuen Jahr nicht mehr so federleicht durch die Liga. Platz 8 in der Rückrundentabelle (18 Punkte) – mit nur drei Punkten mehr als 1860. Ein Sieg gegen den Aufsteiger am Samstag könnte im Bereich des Möglichen liegen.

Sandhausen (H): Der ehemalige Zweitligist im freien Fall. 2025 holte der SV Sandhausen kümmerliche fünf Punkte – so wenige wie sonst nur Schlusslicht Haching. 1860-Fans treibt gerade vor allem eine Sorge um: Dass der SVS noch mal den Trainer wechseln könnte. So oder so zählt nur ein Sieg im Unter-der-Woche-Heimspiel am Mittwoch, 9. April.

Waldhof (A): Beim SV Waldhof hingen die Trauben für 1860 schon immer hoch. Löwen-Idol Bernhard Trares weiß, wie Ärmel hochkrempeln geht – sein Ex-Verein wird es am Sonntag, 13. April, zu spüren bekommen. Ein ganz heißes Duell, das 1860 nicht verlieren sollte.

Aachen (H): Trainer Heiner Backhaus stand auch bei 1860 auf dem Zettel. Der 43-Jährige, der schon in der ganzen Welt herumgekommen ist (Malta, Hongkong, Zypern, Sachsen), gilt als Heißmacher und fand eine sehr gute Antwort auf den Frühjahrs-Durchhänger des Aufsteigers: drei Siege hintereinander (Ingolstadt, Rostock, Haching). Bedeutet für 1860: Fronarbeit am Karsamstag.

Rostock (A): Der FC Hansa lag den Löwen noch nie. Sieben Duelle gab es in der 3. Liga, keines gewann 1860. Um sich an die letzten Dreier an der Ostsee zu erinnern, muss ein Löwen-Fan volljährig sein: 2008 siegte 1860 als Zweitligist 1:0 (Tor: Lauth), 2003 als Erstligist 4:1. (Tore: Schroth 3, Costa).

Essen (H): Nach beeindruckendem Zwischensprint kriselt es gerade wieder an der Hafenstraße: Seit drei Spielen wartet der Verein von Ex-1860-Boss Marc Pfeifer auf einen Sieg. 2024 machten die Löwen am vorletzten Spieltag in Essen die Rettung klar (1:0, Lakenmacher) – ein gutes Omen?

Verl (A): Die vorweihnachtliche 0:4-Klatsche gegen den Dorfverein war ein Tiefpunkt in dieser Saison. Ansporn genug, es besser zu machen am 37. Spieltag. Kaderplaner Stephan Engels müsste eigentlich wissen, wie man seinem Ex-Verein zusetzen kann.

Aue (H): Ein Endspiel gegen Aue gilt es tunlichst zu vermeiden. Sieht sicher auch Ex-Löwe Kilian Jakob so, der im Sommer die Seiten wechseln möchte. Sicher nicht dabei sein wird Hinspiel-Doppelpacker Marcel Bär, der sich die Achillessehne gerissen hat.
ULI KELLNER

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