Alter Bekannter: White (re.) spielte bei der WM 2023 gegen Deutschland. © IMAGO
Belgrad – Als die Schlusssirene diesem seltsamen Spiel ein Ende setzte, spiegelte sich in den Gesichtern der Basketballer des FC Bayern vor allem Ratlosigkeit. Die Münchner rätselten, wie man dieses Spiel bei Maccabi Tel Aviv am Ende noch hatte verlieren können. Noch Mitte der zweiten Halbzeit war man bis auf 16 Punkte enteilt – am Ende stand ein 90:93 gegen den aufopferungsvoll kämpfenden israelischen Rekordmeister. Auch Elias Harris meinte kopfschüttelnd: „Das darf nicht passieren.“
Da war es auch nur bedingt tröstlich, dass man die Geschicke im Kampf um die direkte Qualifikation für die Euroleague-Playoffs auch weiterhin selbst in der Hand hat. Zwar rückte das Feld noch einmal weiter zusammen – derzeit nehmen gleich vier Teams mit 19 Siegen die direkte Playoff-Qualifikation ins Visier. Doch in den Quervergleichen stehen die Chancen gut, dass die Münchner mit einem Sieg im Hauptrundenfinale am kommenden Donnerstag im heimischen SAP Garden gegen Fenerbahce Istanbul zumindest als Tabellensechster direkt ins Viertelfinale einziehen. Routinier Shabazz Napier richtete den Blick deshalb schon in Belgrad wieder nach vorne: „Wir müssen uns jetzt auf dieses Spiel gegen Fenerbahce konzentrieren.“
Allerdings dürften sich die Münchner Verantwortlichen schon so ihre Gedanken machen. Binnen weniger Wochen hat man nun zwei Partien verloren, die für die Rückschau dieser Spielzeit von einiger Bedeutung sein könnten. Im Pokal-Halbfinale beim Mitteldeutschen BC platzte die erste Titelchance – und nun also der seltsame Einbruch gegen Maccabi Tel Aviv.
Vermutlich wäre Trainer Gordon Herbert ganz froh, wenn er auch im Endspurt der Euroleague auf seine Neuerwerbung zurückgreifen könnte. Doch der Australier Jack White, den sich die Bayern sozusagen im Schlussverkauf bis zum Saisonende sicherten, ist wegen der lange abgelaufenen Wechselfrist der Königsklasse nur noch in der Bundesliga spielberechtigt. Der 27-jährige Forward, der 2022/23 zum Kader von NBA-Champion Denver Nuggets zählte, soll sicherstellen helfen, dass den Bayern nicht im BBL-Endspurt die Luft ausgeht.
Sportdirektor Dragan Tarlac jedenfalls ist sich sicher, mit dem Mann von Melbourne United einen guten Griff getan zu haben. „Er ist ein herausragender Wettkämpfer, der uns mit seinen Stärken in Verteidigung und Rebound helfen wird.“ Genau da haperte es des Öfteren im Bayern-Spiel.
RP