BMW OPEN

Die Spur führt zu Mensik und Draper

von Redaktion

Zwei heiße Kandidaten für die noch offenen Wildcards

Jack Draper – 2024 in München. © IMAGO/Hasenkopf

Jakub Mensik – Miami-Champion. © IMAGO/Burke

München – Das Teilnehmerfeld der diesjährigen BMW Open by Bitpanda ist das stärkste, das es in München jemals gab. Der letzte Spieler der Meldeliste, der noch direkt ins Hauptfeld kam, ist der Chinese Zhang Zhizhen (28). Zweifach-Finalist Botic van de Zandschulp, Altstar Fabio Fognini und die Deutschen Daniel Altmaier und Yannick Hanfmann gingen hingegen beispielsweise leer aus. Dennoch könnten vor dem Start am 12. April auf der Anlage des MTTC Iphitos noch weitere Attraktionen dazukommen. Wie üblich hält Turnierdirektor Patrik Kühnen (59) noch sogenannte „Wildcards“ ganz bis zum Schluss für große Namen offen.

Vergangenes Jahr nutzte der Amerikaner Taylor Fritz (27) den sogenannten Late-Entry-Spot und schaffte es bis ins Finale (wo er Jan-Lennard Struff unterlag). In diesem Jahr wird das Turnier erstmals als 500er-Kategorie ausgetragen und bringt dadurch auch eine Last-Minute-Änderung mit sich. Mit der „A+ Wild Card“ können Stars einer schon viele Monate vorab abgegebenen Liste quasi in letzter Minute noch auf den Turnierzug aufspringen.

Die Top-20-Spieler haben in der kommenden Woche alle in München oder beim Konkurrenzturnier in Barcelona gemeldet – mit drei Ausnahmen: Novak Djokovic, Daniil Medwedew und Jack Draper. Die Chance bei den beiden Erstgenannten sind eher gering, beim Briten, der sich auf Position sechs der Rangliste vorgearbeitet hat, könnte es schon eher klappen.

Kühnen steht mit allen Beteiligten seit Herbst in Kontakt. „Mit dem Bruder von Jack, der auch sein Manager ist, ist der Austausch extrem eng“, verrät der 59-Jährige unserer Zeitung. „Ob er kommt oder nicht, kann ich noch nicht 100 Prozent sagen.“ Dafür spricht sicherlich, dass der 23-Jährige die München-Vorzüge bereits vergangenes Jahr kennen und lieben gelernt hat. Auch sportlich lief‘s 2024 bis zum spannenden Viertelfinal-Dreisatz-Aus gegen Fritz nicht schlecht.

Was ihn hindern könnte, überhaupt zu spielen, ist sein ermüdendes und umfängliches Programm seit Beginn des Jahres – mit dem Highlight des Indian-Wells-Triumphs. Beim Masters vor knapp drei Wochen räumte er mit Fritz, Ben Shelton (beide ebenfalls in München), Carlos Alcaraz, Holger Rune und Rising-Star João Fonseca eine Handvoll Topspieler aus dem Weg.

Zuletzt in Miami war hingegen schon in Runde eins Schluss – nach einer hauchdünnen Zweifach-Tiebreak-Niederlage (6:7, 6:7) gegen den Tschechen Jakub Mensik. Der 19-Jährige marschierte daraufhin bis ins Finale und versaute als Überraschungssieger dem Branchen-Riesen Novak Djokovic den 100. Turniererfolg. Und hier schließt sich der Kreis ein wenig. Denn auch Mensik hatte für die BMW Open gemeldet – vorerst erfolglos. Aktuell steht er auf 23, beim Meldeschluss war es noch Platz 54 – und damit zwei Ränge zu schlecht für das Hauptfeld. Und jetzt? „Er hat eine gute Chance noch reinzukommen“, so Kühnen.
MATHIAS MÜLLER

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