Drama um Musiala

von Redaktion

FC Bayern muss 3:1 in Augsburg teuer bezahlen – Verletztenliste wird länger

.. und wurde dann verletzt ausgewechselt. © IMAGO

Jamal Musiala wuselte sich erst gegen mehrere Augsburger Verteidiger zum 1:1-Ausgleich … © IMAGO/Weber

Augsburg – Keine 100 Kilometer trennen die Säbener Straße – von wo aus sich der FC Bayern am Freitag mit dem Mannschaftsbus auf den Weg machte – und die WWK-Arena in Augsburg. Und wer dachte, dass zumindest fußballerisch Welten zwischen dem deutschen Rekordmeister und den Fuggerstädtern liegen, wurde eines Besseren belehrt. Mit Müh und Not erkämpften sich die Bayern ein 3:1 (1:1). Nachdem der FCA in Führung gegangen war, drehten Jamal Musiala, Harry Kane und Leroy Sané die Partie. Den Auswärtssieg bezahlten die Münchner jedoch teuer: Torschütze Musiala verletzte sich nach dem Seitenwechsel ohne gegnerische Einwirkung und musste ausgewechselt werden. Aber der Reihe nach.

Die Augsburger Brust war nach fast drei Monaten ohne Niederlage freilich breit und mit einer entsprechenden Selbstverständlichkeit ging die Mannschaft von Trainer Jess Thorup zu Werke. Auf der anderen Seite war Bayern-Coach Vincent Kompany zum Improvisieren gezwungen, nachdem ihm mit Alphonso Davies (Kreuzbandriss), Dayot Upamecano (Knie-Operation) und Hiroki Ito (Mittelfußbruch) die halbe Abwehr innerhalb von zwei Wochen weggebrochen war. Der Belgier entschied sich für Josip Stanisic statt Raphael Guerreiro auf der Linksverteidiger-Position.

Es war allerdings die gegenüberliegende Seite, die einen maßgeblichen Anteil am Augsburger Führungstreffer nach einer halben Stunde Spielzeit hatte – und zwar in Person von Konrad Laimer: Der Österreicher pennte bei einem Freistoß FCA-Kapitän Jeffrey Gouweleeuw und ließ Gegenspieler Dimitrios Giannoulis in seinem Rücken entwischen, der sich den Ball mit links im Strafraum vorlegen konnte und ihn wuchtig mit links zum 1:0 unter die Latte donnerte.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gäste zwar knapp 70 Prozent Ballbesitz, doch wirklich gefährlich näherte sich die bayerische Offensive dem gegnerischen Strafraum nicht. Und so war ein Geniestreich nötig, um den Ausgleichstreffer zu erzielen. Sané setzte sich auf der linken Seite durch und spielte zu Musiala. Die erste Aktion des Ausnahmedribblers wurde zwar von Cedric Zesiger geblockt, doch Musiala schaltete geistesgegenwärtig, stand schnell wieder auf den Beinen, behauptete sich gegen vier Gegesnpeiler und traf in bester Gerd-Müller-Manier im Fallen zum 1:1 (42.).

Ein knappe Viertelstunde nach der Musiala-Gala folgte jedoch das Drama: Nach einer Sprungbewegung ging der 22-Jährige zu Boden, fasste sich umgehend an den linken hinteren Oberschenkel und zeigte an: Es geht nicht mehr weiter! Gestützt von Mannschaftsarzt Jochen Hahne und einem Physiotherapeut Giovanni Bianchi humpelte der Offensivstar in die Kabine. Ausgerechnet wenige Tage vor dem Champions-League-Kracher gegen Inter Mailand müssen die Münchner um ihren nächsten Top-Star bangen. Für Musiala kam übrigens Thomas Müller in die Partie und durfte fünf Minuten nach seiner Einwechslung den Treffer von Kane bejubeln: Der Engländer veredelte am zweiten Pfosten eine butterweiche Flanke von Michael Olise zum 2:1 (60.).

Diesen Vorsprung wollten die Bayern nicht mehr hergeben und verwalteten das Ergebnis abgeklärt. Für den Endstand sorgte dann Flügelspieler Sané. Seine ursprünglich angedachte Hereingabe wurde zum 3:1 abgefälscht.
M. BONKE, P. KESSLER

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