Leidenschaft an der Bande: Jiri Kochta. © Imago
München – Kochta gehörte zur tschechoslowakischen Weltklassegeneration, die in den 70er-Jahren die UdSSR herausforderte und ihr einmal, 1972, den Weltmeistertitel abnehmen konnte. Vaclav Nedomansky, Vladimir Martinec, Jiri Holik, Bohuslav Stastny, Oldrich Machac, Ivan Hlinka, Richard Farda, die Torhüter Jiri Holecek und Vladimir Dzurilla – eine Sammlung von Legenden, die auch mit dem Antrieb spielten, dass der Eiserne Vorhang sich für sie in Anerkennung ihrer Verdienste heben würde. Ziel: der Westen. Am liebsten die NHL oder die Schweiz, Deutschland. Außenstürmer Kochta durfte mit knapp 33 gehen. Wie gut er war, zeigte seine Bilanz im ersten Jahr Bundesliga: 48 Spiele für den EV Landshut, 144 Scorerpunkte, nur Erich Kühnhackl war noch etwas treffsicherer. 1981 wechselte Jiri Kochta zum EHC 70 München. Der hauchte trotz des Superstars nach einem Jahr sein Leben aus. Den Neuaufbau des Nachfolgers EC Hedos orchestrierte Kochta – zunächst als spielender Trainer. Später, zurück in der Bundesliga, war er dann Trainer. Weitere Stationen: Mannheim, Weißwasser, Oberhausen und in der 3. und 2. Liga Dresden. 2007 war Schluss mit dem Trainergeschäft. Mit 78 Jahren ist Jiri Kochta, wie Sparta Prag, sein langjähriger Club nun mitteilte, gestorben.
GÜNTER KLEIN