Max Eberl hält sich in der Causa Müller im Gespräch mit Daniel Herzog (li.) und Tobias Schweinsteiger (re.) bedeckt. © Screen
Wenn sich das „Telekolleg Medizin“ um Fußball dreht – ist es dann ein Pelékolleg? Egal. Jedenfalls ging es beim Bayernspiel in Augsburg „scho au“ (Jogi) um das Bayernspiel in Augsburg. Aber im Mittelpunkt standen Verletzungen: Phonzie, Upa, Ito und Musiala körperlich verletzt, Thomas Müller seelisch verletzt. Es ist ein Graus. DAZN verwandelte sich in „Dramatisch anmutende zappendustere Niedergeschlagenheit“.
Der Herzi-Chirurg: Moderator Daniel „Herzi“ Herzog kümmerte sich hingebungsvoll um das Leid der Bayern-Fans. Bevor Max Eberl zur Vernehmung antreten musste, huschte Thomas Müller durchs Bild. Und Herzi prophezeite: „Eventuell sprechen wir auch ein ganz kleines bisschen über diesen Mann.“ Hihi. Als Eberl dann da war, galt keinesfalls das alte Colgate-Fluor-S-Motto: „Mutti, Mutti, er hat überhaupt nicht gebohrt.“ Herzog bohrte wie bei schwerem Karies-Befall – blieb aber ohne Bohrerfolg. Der Max schwieg wie ein Grab, und Herzi startete einen letzten Verzweiflungsversuch: „Sie könnten das Gerücht jetzt ausräumen. Aber das werden Sie natürlich nicht tun.“ Stimmt, hat er nicht getan.
Der Mann mit dem Tupfer: Der schlaue Tobi Schweinsteiger gab quasi den Assistenz-Arzt. Die Frage, ob sein Spezi Müller einen neuen Vertrag verdient hätte, war ihm hörbar unangenehm. Das klang ungefähr so: „Ja schon, aber vielleicht auch nicht, eventuell könnte vielleicht sein.“ Gut, dass er vom Sternzeichen her vage ist. Herzis engagiertes Eberl-Verhör beeindruckte auch Schweini senior: „Du hast alles versucht.“ Am Ende weinten beide beinahe, als Daniel Herzog zugab: „Mir tut Thomas Müller irgendwie leid.“ Das kann man irgendwie so sehen, ist bei 20 Millionen Euro Jahresgehalt aber auch nicht zwingend erforderlich.
Der Krankenbericht: Jan Platte redete lobenswert viel über Fußball, musste aber ebenfalls seinen Müller-Kummer loswerden. „Der Bundesliga würde so viel verloren gehen“, barmte der DAZN-Kommentator wegen der „Müller-Dämmerung“. Bei der Musiala-Verletzung alliterierte er astrein: „Was für ein böses bayerisches Bild. Was haben sie verbrochen, die Bayern?“ Allerdings hat Platte kein einziges Mal „Fuggerstädter“ zu den Fuggerstädtern gesagt. Es geht dahin mit den liebgewonnenen Traditionen im Fußball-Fernsehen.