Das Lachen nicht verloren: Jan-Lennard Struff auf der PK vor den BMW Open. © IMAGO
München – Melbourne, Rotterdam, Qatar, Dubai, Indian Wells, Phoenix, Miami, Monte Carlo – überall ist Jan-Lennard Struff in diesem Jahr in der ersten Runde ausgeschieden. „Das drückt aufs Gemüt und zehrt an einem“, sagt der bald 35-Jährige. Aufgeben ist für den Warsteiner aber keine Option, war es noch nie in seiner schon so langen Tour-Laufbahn. Erst vergangenes Jahr glückte ihm mit dem Final-Coup in München gegen Taylor Fritz der erste Turniersieg überhaupt.
Eine Belohnung für viele Jahre harte Arbeit und „wunderschöne Erinnerungen“, die aufploppten als Struff die Anlage des MTTC Iphitos betrat, auch wenn die in diesem Jahr durch die neue 500er-Kategorie deutlich verändert und aufgewertet daherkommt. Struff hingegen wirkt, ohne ihm Böses zu wollen, etwas angeknockt. Speziell die letzte Pleite in Monte Carlo gegen Valentin Vacherot (Nr. 259 der Welt) wirkt auch auf dem Pressepodium am Aumeister noch nach. „Das war eines meiner schlechtesten Spiele in den vergangenen Jahren“, sagte der BMW-Open-Titelverteidiger.
Die Duelle davor gingen alle gegen Topspieler (Medwedew, Monfils, Fonseca, Davidovich Fokina) teilweise knapp verloren, aber gegen den Polen hatte sich „Struffi“ viel ausgerechnet. Doch dann ist sein „Spiel weggebrochen“. Der mentale Aspekt überwiegt im Tennis eben oft die perfekte Technik. Im Training läuft es deutlich besser als im Match, versichert Struff: „Andersherum wäre es mir natürlich lieber. Aber ich werde mich da rausarbeiten.“
Das gelang ihm am Montagmittag bei seinem Auftritt im Doppel mit Andreas Mies noch nicht. Das Duo unterlag im Match-Tiebreak gegen Sander Gille/Jan Zielinski mit 3:6, 6:3, 3:10.
Die Hoffnung lange nicht aufgegeben
Die Hoffnung hat der zweifache Familienvater vor seinem Auftritt gegen den starken Argentinier Francisco Cerundolo aber nicht aufgegeben. Als kleines Vorbild gilt Flavio Cobolli. Der Italiener kassierte seit Jahresbeginn ähnlich viele Pleiten, bis er vor einer Woche das Turnier in Bukarest gewann. „Der Knoten ist bei ihm plötzlich geplatzt“, sagt Struff.
MATHIAS MÜLLER