Max Verstappen kämpft gegen sein Auto. © IMAGO
Bahrain – Kopfschüttelnd saß Max Verstappen in seinem lahmenden Dienstwagen, ehe er zur großen Abrechnung ansetzte. „Im Grund lief alles falsch. Der Start, die Boxenstopps, das Tempo, einfach alles“, motzte der Formel-1-Weltmeister nach seinem verkorksten Arbeitstag in Bahrain und sprach am Ende sogar von einer „Katastrophe“. Auf der Strecke abgehängt und in der WM auf Platz drei zurückgefallen – prompt nährte die üble Laune des Titelverteidigers wieder die Spekulationen um einen Abschied von Red Bull.
„Die Sorge ist groß. Es müssen in naher Zukunft Verbesserungen kommen, dass er wieder ein Auto hat, mit dem er gewinnen kann“, sagte Red-Bull-Berater Helmut Marko gewohnt offen dem TV-Sender Sky. An Tagen wie diesen in Sakhir werden die Team-Bosse immer wieder an die angebliche Ausstiegsklausel erinnert, die Verstappen einen Wechsel ermöglichen soll, wenn ihm der Rennstall kein titelfähiges Auto bieten kann. Als mögliche Ziele für den Vierfach-Champion gelten Mercedes und Aston Martin mit Design-Superhirn Adrian Newey. Die Frage ist, wie hoch Verstappens Frust-Toleranz ist, ehe er sich ernsthaft mit anderen Arbeitgebern beschäftigt.
„Wir müssen durchhalten und versuchen, die Situation zu verbessern. Im Moment stecken wir ein bisschen fest“, sagte Verstappen. Neben den technischen und aerodynamischen Schwächen seines Autos kam in Sakhir auch noch eine Panne mit dem Ampelsystem des Teams beim Boxenstopp hinzu, sodass Verstappen unnötig lange beim Reifenwechsel verharrte. „Das ist schon hart“, gestand der Niederländer. Nur seine fahrerische Ausnahmeklasse hält Verstappen aktuell im WM-Rennen, wie vor allem sein unerwarteter Sieg in Japan zeigte. Mit 69 Punkten hat er nur acht weniger als Spitzenreiter Lando Norris und fünf weniger als dessen Teamkollege Oscar Piastri.
DPA