Im Kosmos des FC Bayern darf derzeit kein Tag vergehen, ohne über das berühmte Festgeldkonto zu sprechen. Und so wurde Max Eberl auch in den Minuten, bevor die Maschine LH2571 in Richtung Mailand abhob, mit dem Thema konfrontiert. „Es ist ja Euer Job“, rief der Sportvorstand der Journalisten-Traube zu und setzte zu einem Basta-Statement. Tenor: Wir Vereinsbosse widersprechen uns nicht. Das Geld ist zwar weniger geworden – aber man ist handlungsfähig. Eine Nachricht, die auch in Richtung Leverkusen zielte – auf das Objekt der Begierde, Florian Wirtz.
„Übergesund“ war sogar das Wort, das der 51-Jährige verwendete, als er die Irrungen und Wirrungen der vergangenen Woche zu erklären versuchte. Denn es war ja schon kurios, wie Uli Hoeneß zunächst Alarm geschlagen hatte, ehe Jan-Christian Dreesen, Herbert Hainer, Eberl und irgendwann sogar Christoph Freund die Sirenen wieder ausschalteten. „Keinen Widerspruch“ sieht Eberl in all den Aussagen, die da auf allen Kanälen rauf und runter gelaufen waren. Die Hoeneß‘sche Warnung sei eine mit Weitblick gewesen, Eberl sagte nun: „Fakt ist, dass unser Festgeldkonto ein Stück weit geschmolzen ist. Aber wenn Menschen sagen, man hat 550 Millionen Euro Festgeld verbraten, dann ist das falsch.“ Auch wenn inzwischen in allen Abteilungen des Rekordmeisters mehr aufs Geld geachtet werden muss als bisher: Der FC Bayern hat noch was! Und Eberl will darüber hinaus seinen Beitrag leisten, „das Festgeldkonto wieder ein bisschen üppiger zu machen“. Im Hintergrund werden die Fäden für einen Wirtz-Transfer weiter gesponnen. Wie die „Sport Bild“ berichtet, sollen sich der Ehrenpräsident und Papa Hans Wirtz vor gut einem Monat erneut am Tegernsee getroffen haben. Diesmal soll es nicht um Marketing-Beratung gegangen sein, sondern ganz konkret: um Florian Wirtz im roten Trikot.
HANNA RAIF