Am Mittwoch reichte es nicht: Yannick Hanfmann scheiterte. © Hildenbrand/dpa
Gut gelaunt nach dem Match: Der nächste Gegner ist Tallon Griekspoor. © IMAGO/Lackovic
Im Doppel-Viertelfinale: Max Hans Rehberg und Justin Engel (re.) © Henkel/dpa
Nächster Halt Viertelfinale: Es war nicht alles perfekt, aber letztlich gewann Alexander Zverev sein zweites Spiel in München relativ locker. © IMAGO/Simon
München – Sieg im Schnelldurchgang ohne große Emotionen. Alexander Zverev hat das deutsche Zweitrunden-Duell bei den BMW Open gegen Daniel Altmaier (6:3, 6:2) souverän für sich entschieden. Die zuletzt etwas kriselnden Nummer eins brauchte dafür nur 79 Minuten und freute sich auf sein 99. Viertelfinale auf der ATP-Tour – gegen den Niederländer Tallon Griekspoor, der Yannick Hanfmann (7:6, 6:3) ausschaltete und zuletzt in Indian Wells auch den Hamburger besiegte.
Im Vergleich zum ersten Match sei es „komplizierter gewesen“, sagte Zverev: „Ich bin froh, dass ich in zwei Sätzen gewonnen und einen Weg gefunden habe.“ Der an Nummer eins gesetzte Hamburger spielte nicht so überzeugend wie bei seinem Auftaktsieg gegen den Franzosen Alexandre Müller (6:4, 6:1). Vor allem durch eigene Fehler machte sich der München-Sieger von 2017 und 2018 das Leben bisweilen selbst schwer. Ungefährdet war sein Erfolg dennoch.
Das lag vor allem auch an Altmaier („dünne Leistung). Der Kempener, der Zverev bei ihrem bisher letzten Aufeinandertreffen im Februar 2024 in Acapulco in der ersten Runde besiegt hatte, konnte aus den Patzern kein Kapital schlagen – ihm unterliefen selbst zu viele leichte Fehler.
So erging es auch Jan-Lennard Struff. Gegen den starken Argentinier Francisco Cerundolo (0:6, 2:6) klappte einfach gar nichts. Nach nur 54 Minuten war die Mission Titelverteidigung für den 34-Jährigen schon beendet. „Es hört sich verrückt an: Ich habe alles versucht, was ich konnte. Ich wollte, aber habe es nicht hingekriegt“, sagte Struff.
Der Warsteiner kassierte in den vergangenen Wochen und Monaten so viele Niederlagen, dass man Siege fast mit einer Lupe suchen muss. „Sobald ich auf den Matchcourt trete, ist mir gefühlt der Stecker gezogen“, erkannte der Geschlagene selbst.
Als Außenstehender leidet man fast ein bisschen mit dem Mann, der in den vergangenen Jahren neben Zverev das deutsche Tennis prägte. Noch denke er „nicht ans Aufhören“, stellte der zweifache Familienvater klar, er habe „noch Bock zu spielen“. Noch steht der 1,93-Meter-Mann aber auch in den Top-100, die gewisse Annehmlichkeiten mit sich bringen. Sollte er rausfliegen, müsste man sehen, „ob ich da noch richtig Spaß dran hätte, Challenger-Turniere oder kleinere Turniere zu spielen“.
Die möglichen Nachfolger schicken sich jedenfalls an, zumindest mal in die Startlöcher zu treten. Justin Engel (17, siehe Kasten) und Diego Dedura-Palomero (17, trifft am Donnerstag im Achtelfinale auf den Belgier Zizou Bergs) hinterließen am Aumeister mächtig Eindruck. Für Engel war Struff, früher einmal mit einer Ex-Spielerin aus dessen Heimat Nürnberg liiert, in jungen Jahren Babysitter. Ob sich da ein Kreis schließt? Vielleicht. Struff wünscht den beiden „nur das Beste. Das sind gute Jungs.“
Eines haben Engel und Palomero übrigens jetzt schon mit Zverev gemeinsam. Auch der Hamburger schlug mit 17 Jahren erstmals in München auf.
MATHIAS MÜLLER