IM BLICKPUNKT

Sportmediziner über Kims Belastung: „Das ist Gift für ihn!“

von Redaktion

Minjae Kim ist unter Vincent Kompany gesetzt – und beißt seit Monaten auf die Zähne. Schließlich lief der Innenverteidiger bis zur Partie gegen Heidenheim am vergangenen Samstag in allen wichtigen Saisonspielen auf und musste teilweise im Drei-Tage-Rhythmus spielen.

Womöglich ist auch die hohe Belastung ein Grund dafür, dass Kims Leistungen im Vergleich zum Saisonstart zuletzt abgefallen sind. Schließlich leidet der Innenverteidiger seit vergangenem Oktober an einer Achillessehnen-Entzündung, konnte sie aufgrund des vollen Spielplans aber nie richtig ausheilen lassen. Dafür kritisierte Südkoreas Nationaltrainer Myung-Bo Hong zuletzt die sportliche Führung des Rekordmeisters. „München hat es versäumt, ihn in puncto Verletzungsprävention richtig zu schützen.“ Max Eberl wollte die Kritik wiederum nicht auf sich sitzen lassen und reagierte nach Abpfiff in Heidenheim auf die Vorwürfe: „Es war nie eine Bedrohung für seine Gesundheit. Ich will da gar nicht zu viel draus machen. Aber natürlich hatte er Probleme und konnte nicht richtig trainieren. Doch wir brauchten ihn.“

Nun stellt sich die Frage: Wer hat Recht? Gegenüber unserer Zeitung erklärt Sportmediziner Dr. Milan Dinic, welche Folgen eine hohe Belastung für Leistungssportler haben kann und worauf der FC Bayern achten muss, um Kim und seine Achillessehne zu schützen: „Für die Mannschaft ist es schön, wenn Spieler auch krank da sind und auf die Zähne beißen, um dem Team zu helfen. Gesundheitlich macht es aber keinen Sinn, den Körper permanent zu überlasten und Warnzeichen zu ignorieren“, sagt Dr. Dinic. „Beschwerden können sich durch Sport verschlimmern und verlängern.“

Auch die zuletzt etwas wackeligeren Leistungen führt der Sportmediziner auf die gesundheitlichen Beeinträchtigungen zurück: „Wer schon mal eine Achillessehnenentzündung weiß, wie schmerzhaft das ist. Dass man damit nicht hoch springen kann, liegt auf der Hand.“ Er empfiehlt daher eine „mehrwöchige Spielpause, in der per Physiotherapie der volle Fokus auf die Regeneration gelegt wird“, damit sich Kims Verletzung nicht noch verschlimmert. „Zwingt man den Körper weiterhin zu sportlichen Höchstleistungen, kann das zu langfristigen Schäden und Komplikationen führen. Die hohe Belastung beim Fußball, vor allem die vielen plötzlichen Stoppbewegungen und Sprünge, sind Gift für eine entzündete Achillessehne“.
VT, PK

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