Chisinau – Kiara Klug war etwas überfordert. Bei der Siegerehrung schossen der Gewichtheberin unzählige Fragen durch den Kopf. „Wo muss ich hinlächeln? Wem muss ich jetzt wie die Hand geben? Wie macht man das?“ Zweimal Silber und einmal Bronze hatte die 21-Jährige bei ihrem EM-Debüt in der Klasse über 87 kg in Chisinau abgeräumt. Ihr Umweg hatte sich ausgezahlt. Bis zu ihrem 16. Lebensjahr war Klug eine Nachwuchshoffnung – allerdings auf zwei Brettern und Schnee. Doch dann bekam die talentierte Skirennläuferin „eine kleine Sinnkrise“, wie Klug berichtete: „Ich habe mir geschworen, ich mache keinen Leistungssport mehr.“
Zum Glück für das deutsche Gewichtheben änderte sie ihren Entschluss. Nach einer Pause fand Klug über CrossFit zu den schweren Hanteln. Im August 2023 bestritt sie ihren ersten internationalen Wettkampf in Bukarest. „Da war es um mich geschehen. Ich war verliebt in diesen Sport“, sagte Klug, die zu Beginn mit ihrer „lauten“ Art „aneckte“. Das sei für die „Gewichtheberwelt neu gewesen, dass da jemand sehr viel Stimmung reinbringt.“
Nun hat die Sportsoldatin und Studentin an der HU Berlin mit Olympia 2028 in Los Angeles ein großes Ziel. „Klar, die Europameisterschaften sind schön, aber wenn ich zu Olympia will, muss ich mich mit der Welt messen.“
SID