Und jetzt, Löwen: Pläne für 2025/26 forcieren!

von Redaktion

Ganz oben steht die Trainerfrage: Glöckner würde gerne bleiben, ist schon auf Wohnungssuche

Wann unterschreibt er? Glöckner, 1860-Trainer mit auslaufendem Vertrag. © IMAGO

Rostock/München – Am Tag danach: Phantomschmerz. So bezeichnet die Medizin einen Schmerz, der fortbesteht, obwohl eine Nervenverbindung gekappt wurde. Durch das 0:1 in Rostock am Freitagabend haben die Löwen ihre Verbindung zur Spitzengruppe der Tabelle gekappt – was vermutlich nicht alle Fans davon abhielt, ihre Was-wäre-wenn-Rechnungen fortzusetzen. Wie von Haching angekündigt, ließ der Tabellendritte Cottbus Punkte im Sportpark. Endstand 1:1. Bei einem Sieg in Rostock wäre 1860 also weiter im Rennen gewesen um Platz 3 (Relegation) und 4 (DFB-Pokal). Jetzt sind es acht statt fünf Punkte Rückstand – bei drei ausstehenden Spielen. Die Aufstiegsmesse ist gelesen, was zumindest einen Vorteil hat: Die Löwen wissen, dass sie in ein achtes Drittligajahr gehen und können ab sofort ihre Planung für 2025/26 intensivieren.

Ganz oben steht natürlich die Personalie Patrick Glöckner, der weiterhin mit einem Top-Punkteschnitt aufwartet (1,8). Bleibt er oder geht er? Bekanntlich läuft sein im Januar geschlossener Vertrag aus, sein Auftrag hatte damals ausschließlich darin bestanden, das unter Giannikis abgesackte Team zum Klassenerhalt zu führen. Bereits am Donnerstag, in der Pressekonferenz vor dem Rostock-Spiel, hatte man herausgehört, wohin die Reise in etwa gehen könnte. Für Glöckners Verbleib spricht, dass er bereits auf Wohnungssuche ist, eine mit Blick aufs 60er-Stadion war ihm zu teuer – er lehnte sie mit der schlüssigen Begründung ab: „Wenn da Spiele sind, bin ich ja meistens eh nicht zu Hause. Dann kann ich das Geld besser einsparen und anders investieren.“ Auch in die Verpflichtung von Zugpferd Kevin Volland (32, Union Berlin) war Glöckner eingebunden, hat über alte Verbindungen Erkundigungen über die Fitness des Stürmers eingeholt – und letztlich einen „Daumen hoch gegeben“. All das – Wohnungssuche, Kaderplanung – macht man ja nicht, wenn man davon ausgeht, schon in Kürze Stadt und Verein zu verlassen.

Im Grunde, so scheint es, sind sich beide Parteien einig, die Zusammenarbeit über den Sommer hinaus fortzusetzen. Dass es bisher nicht zu einer Vertragsverlängerung reichte, könnte also finanzielle Gründe haben, die Laufzeit betreffen – oder beides. Gefragt, wann denn mit einer Erfolgsmeldung zu rechnen sei, sagte Glöckner bei der PK: „Ich habe ja immer gesagt, dass ich mich hier extrem wohlfühle, dass ich mit allem vollkommen zufrieden bin. Dennoch haben wir gesagt, dass wir über Vertragsdetails nicht sprechen. Deswegen halte ich mich da noch ein bisschen bedeckt.“

Fest steht: Glöckner hat sich in drei Monaten bei 1860 einen Status erarbeitet, der ihn auch für andere Vereine interessant macht. Das bestätigte er auch, will lose Anfragen aber „komplett“ von sich weghalten. „Ich habe immer gesagt: Bevor ich hier nicht das erste Gespräch geführt habe, werde ich keine anderen Gespräche führen“, sagte er: „Dabei bleibe ich, da bin ich offen und transparent. Natürlich macht es Sinn, das Thema schnellstmöglich abzuschließen, denn so können wir unseren Vorsprung gegenüber anderen Vereinen nutzen, die noch um den Aufstieg oder Abstieg spielen.“
ULI KELLNER

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