Will nicht jammern: Minjae Kim. © Langer/Imago
München – Seit Monaten opfert sich Minjae Kim für den FC Bayern – dennoch muss der Innenverteidiger viel Kritik einstecken und wird sogar als Verkaufskandidat im Sommer gehandelt. Was bei der Diskussion um den Südkoreaner oft unerwähnt bleibt: Kim spielt seit Oktober mit einer Achillessehnenproblemen, die inzwischen zu einer Entzündung wurde. Beim 3:0 am Samstag gegen Mainz waren die Schmerzen sogar wieder so schlimm, dass er zur Halbzeit ausgewechselt werden musste.
„Das Problem mit der Achillessehne zieht sich“, sagte Kim nach dem Spiel dem koreanischen TV-Sender Leestar. „Aber ich beiße auf die Zähne. Augen zu und durch.“ Das ist offenbar sein Motto in dieser Spielzeit.
In der Hinrunde spielte der 28-Jährige überragend. Als die körperlichen Probleme, auch im Sprunggelenk, stärker wurden, schlichen sich aber auch Fehler in seinen Leistungen ein. Vor dem Viertelfinal-Aus in der Champions League nahm die weltweite Spielergewerkschaft FIFPro Kim, der in dieser Saison für Verein und Nationalmannschaft schon 49 Pflichtspiele absolviert hat, sogar als mahnendes Beispiel, um auf die extremen Belastungen aufmerksam zu machen. Jammern möchte der Abwehr-Star aber trotzdem nicht.
„Fehler, Verletzungen oder zu viele Spiele – das sind vielleicht nur Ausreden“, betonte Kim. „Ich muss trotzdem konzentriert bleiben. Das ist meine Aufgabe. Ich muss damit umgehen können.“ Das habe er nicht jedes Mal geschafft, meinte er: „Fehler sind natürlich auch durch Schmerzen passiert. Aber im Endeffekt hätte ich besser spielen müssen.“
Zur Wahrheit gehört aber auch: Um seine Verletzungen auszukurieren, hätte er eine längere Pause gebraucht. Aufgrund der vielen Ausfälle in der Abwehr wollte und konnte Trainer Vincent Kompany nicht auf seinen Stammspieler Kim verzichten. Womöglich ist jetzt im Saison-Endspurt Zeit dafür.
Die Chance, den nächsten Titel mit dem FC Bayern einzufahren. Doch um bei der Club-WM fit zu sein, bräuchte er mal eine Pause. „Es heißt, wenn man für den FC Bayern spielt, seien Titel selbstverständlich. Aber vergangene Saison, als Leverkusen in der Bundesliga ohne Niederlage geblieben ist, haben wir gemerkt, wie schwierig das ist“, erinnerte sich Kim. „Egal, in welcher Liga man spielt: Man muss konstant bleiben. München garantiert keine Titel. Ich bin glücklich, wenn wir in den nächsten drei Spielen die Schale holen. Ich hätte nie geglaubt, dass ich irgendwann mal in so einem großen Club spielen werde. Ich fühle mich wirklich sehr geehrt.“
Von 14. Juni bis 13. Juli findet die große Club-WM der FIFA in den USA statt. Ein komplett fittes Abwehr-Monster würde dort sicherlich guttun.
PK, HLR, VT