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Der DFB handelt im Fall Rüdiger fahrlässig

von Redaktion

Ein Glück hat sich dieses „Copa del Rey“-Finale am Samstag bis weit nach Mitternacht gezogen. Denn so konnten wenigstens die kleinen Fußballfans vor den Szenen geschützt werden, die auch mit zwei Tagen Abstand noch verstören. Vollkommen von Sinnen ist noch gelinde ausgedrückt, wenn man sich den Ausraster von Antonio Rüdiger im Trikot von Real Madrid ansieht. Die Bilder – nicht seine ersten dieser Art – machen Angst. Und es ist vom DFB grob fahrlässig, die Augen davor zu verschließen.

Der Verband ist nicht unmittelbar betroffen, spielt aber eine zentrale Rolle. Denn Rüdiger parallel zur in Spanien verhängten und wohl mehrwöchigen Sperre aus eigenen Stücken nicht für das Nations-League-Finale im Juni zu nominieren, wäre ein echter Fingerzeig gewesen. Dafür, dass zwar echte Typen auf den zig tausend Fußballplätzen der Republik gewünscht sind – aber es Grenzen gibt. Und vor allem dafür, dass die Verkörperung von Werten über dem mannschaftlichen Erfolg steht.

Rüdiger ist eine tickende Zeitbombe. Mit ihm in ein Endspiel zu gehen, kann klappen – oder eben nicht. Und was dann vor allem bei jenen jungen Fans kaputtgeht, die das DFB-Team gerade wieder begeistern konnte, ist mit keinem verhinderten Tor durch Antonio Rüdiger aufzuwiegen.

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