Ideale Bedingungen für den Nachwuchs herrschen in der neuen Trainingshalle des Golfverbands in Oberhaching. © BGV
Oberhaching – Es soll der erste Schritt sein. Hin zu einem großen Ziel: Der Bayerische Golfverband möchte am liebsten in naher Zukunft einen Bundesstützpunkt nach München holen. Genauer gesagt nach Oberhaching in die Sportschule. Deshalb haben die beiden Institutionen zuletzt gemeinsam investiert. Das Leitungszentrum stellte die Räumlichkeiten zur Verfügung, der Golfverband nahm 170 000 Euro in die Hand, um endlich Indoor-Trainingsmöglichkeiten zu schaffen, die Arbeiten auf höchstem Niveau ermöglichen.
Heraus kam ein Schmuckstück im Untergeschoss, wo sich einst die Ringer für Lehrgänge trafen, dort aber eher unter beengten Verhältnissen litten, wie Markus Mayer, Geschäftsführer der Sportschule, betont: „Für die 40, 50 Athleten war die Trainingshalle meist zu klein.“ Die Golfer hingegen trainierten unter eher widrigen Bedingungen. Sie nutzten einen Raum, in dem heute drei Tischtennisplatten stehen. „Zum Training haben wir die Matten bis raus in den Flur gelegt, dort unsere Übungen gemacht und quer über den Gang geputtet“, erinnert Landestrainer Heiner Wenz, der den jüngeren Förderkader unter sich hat. Schwierig, die hoffnungsvollsten Golfer da wirklich auch in der kalten Jahreszeit weiterzubringen, bei der Stange zu halten.
Dennoch fehlt es dem bayerischen Golf nicht an Erfolgen – zumindest im Nachwuchs. Bei nationalen Meisterschaften und internationalen Turnieren räumte der weiß-blaue Nachwuchs 2024 ab. Um aber den nächsten Schritt machen zu können, braucht es bessere Möglichkeiten, als sie bisher im bayerischen Leistungszentrum herrschten. „Wir haben sehr dafür gekämpft, um den Sportlern bei uns optimale Entwicklungschancen zu geben“, sagt Heidrun Klump, die Geschäftsführerin im BGV. „Und das werden wir auch weiter tun.“ Ihr großer Traum wäre der zweite deutsche Stützpunkt nach St.-Leon-Rot südlich von Heidelberg. Wird nicht einfach, da Golf in Deutschland auf der Prioritätenliste der Ministerien und des DOSB nicht ganz oben angesiedelt ist. Mit der Rückkehr der Sportart zu Olympia dürften die Chancen aber immerhin gestiegen sein.
An der Sportschule soll es nicht liegen. Mayer unterstützt das Vorhaben. Dazu wären weitere Investitionen nötig. „Den Platz dafür haben wir“, sagt der Leiter. Die Gedankenspiele dazu existieren auch bereits: In den Außenanlagen gibt es Freiräume, um Bunker und anderen Spielbereiche zu schaffen. Freilich nicht für einen Golfplatz. „Aber davon haben wir in München ja wahrlich genügend“, merkt Klump an.
Noch ist das Zukunftsmusik. Zunächst einmal sind beim Golfverband alle glücklich, die neue Trainingsstätte nutzen zu können. Die alte Ringerhalle ist nun ein Paradies für Golfer. Auf 270 Quadratmetern stehen alle möglichen technischen Hilfsmittel zur Verfügung, um am Schwung und am Putten feilen zu können. 15 bis 20 Kinder und Jugendlichen gleichzeitig können die Coaches um Landestrainer Igor Arendt und Wenz betreuen. Jeden Nachmittag ab 15 Uhr rührt sich im Winterhalbjahr dort etwas bis in den frühen Abend hinein. Um die 70 Kinder hat der BGV grundsätzlich in der Spitzenförderung. Davon trainieren einige aber auch in Nürnberg, Bad Griesbach oder in Augsburg – quasi den Außenposten. Das Herzstück aber steht in Oberhaching und soll helfen, neue bayerische Topgolfer zu formen, die es später auf die großen Touren schaffen. Klump formuliert es so: „Wir wollen die vorhandenen Erfolge noch weiterentwickeln.“ Und die Talente möglichst in Bayern halten.
CHRISTIAN FELLNER