Scharrt mit den Hufen: Arena-Gast Neuer. © IMAGO
Drei Männer, drei Ziele: Sané, Kane und Pavlovic kämpfen im Saisonendspurt auch für sich selbst. © IMAGO
Steht im Schaufenster: Sacha Boey. © IMAGO
München – Die Meisterschaft ist laut Thomas Müller sicher: „Wenn ich drauf setzen müsste: Ja!“, antwortete die Vereinslegende nach dem 3:0-Sieg gegen Mainz auf die Frage, ob der FC Bayern sich nun bei der Auswärtspartie in Leipzig am Samstag (15.30 Uhr, Sky) endgültig zum Titelträger küren wird. Ein Sieg reicht dann ganz sicher für den offiziellen Titelgewinn – nach der Party drohen dem Rekordmeister aber langweilige Wochen: Durch das Aus in der Champions League und dem DFB-Pokal und der noch sechs Wochen entfernten Club-WM könnte die Saison langsam austrudeln. Für fünf Bayernstars geht es aber noch um ihre persönlichen Ziele – und die sind ganz verschieden:
Manuel Neuer: Am Samstag saß der Kapitän noch auf der Tribüne der Allianz Arena – und verließ seinen Platz sogar frühzeitig. Kommende Woche in Leipzig aber würde er nach ausgestandener Wadenverletzung gerne wieder zwischen den Pfosten stehen. Denn auch wenn der 39-Jährige vollstes Vertrauen in seinen Stellvertreter Jonas Urbig hat, ist sein Status als Nummer eins unantastbar. Für Neuer geht es in den letzten drei Partien vor allem um Spielpraxis – um bei der Club-WM zum wichtigen Faktor werden zu können.
Sacha Boey: Der Rechtsverteidiger soll und will die verbleibenden drei Partien nutzen, um sich ins Schaufenster zu stellen. So war auch seine Einwechslung gegen Mainz zu erklären. Nachdem der FCB vergangenen Winter noch 30 Millionen Euro für Boey bezahlt, er sich aber als Flop herausgestellt hat, hofft man nun auf einen Verkauf mit möglichst geringem Verlust. Nach tz-Informationen ist sein Ex-Verein Galatasaray Istanbul an einer Rückkehr-Aktion interessiert, pocht dabei aber zunächst auf eine Leihe mit möglicher Kaufoption. So könnte der Rekordmeister zumindest schnell Teile des Gehalts einsparen – die Ablöse dürfte aber mit jedem weiteren Jahr geringer werden, das von seinem Vertrag abläuft und in dem Boey nicht an sein ehemaliges Niveau anknüpft.
Aleksandar Pavlovic: Für den Sechser geht es in den verbleibenden Saisonspielen vor allem um Spielzeit. Nach seiner langen Pause (Pfeiffersches Drüfenfieber) hofft der Youngster auf genügend Matchpraxis, um sich noch für den DFB-Kader im Final-Four-Turnier der Nations League zu empfehlen. Pavlovic erklärte bereits nach der Partie gegen Mainz, wieder „100 Prozent fit“ zu sein – bis zum Halbfinale der Nationalelf gegen Portugal (04. 06.) bleibt nun ein Monat, um in Topform zu kommen.
Leroy Sané: Der Angreifer darf sich nach seinen starken Leistungen in den vergangenen Wochen berechtigte Hoffnungen auf einen neuen Vertrag machen – eine Einigung gibt es aber noch nicht:„Was zu lesen ist, das ist nicht wahr. Wir haben noch keine Einigung, keinen Vertrag unterschrieben. Aber dass wir in Gesprächen sind, ist auch kein Geheimnis“, sagte Max Eberl am Samstag. Zuvor hatte die „Bild“berichtet, dass sich die Münchner und Sané auf eine Verlängerung bis 2028 geeinigt hätten.
Harry Kane: Der Fluch soll endlich enden – und damit auch alle Witze um die bislang titellose Karriere des Harry Kane. Nach dem Gewinn des Supercups mit dem FC Bayern vor fast zwei Jahren hatte Kane bewusst nicht die Trophäe angefasst im Wissen, welche Schlagzeilen daraus entstanden wären. In drei Wochen darf er in Hoffenheim endlich eine „richtige“ Titelzeremonie erleben.
V. TSCHIRPKE, H. RAIF, P. KESSLER