125. Jubiläum, aber (eher) kein Aufstieg

von Redaktion

Der Club ist und bleibt „ein Depp“

Nürnberg – Es sei „eine Ehre, für diese Stadt, diesen Verein und die Bewohner Nürnbergs zu spielen“, sagte 1929 der legendäre Torwart Heiner Stuhlfauth über seinen Club: „Möge der großartige 1. FC Nürnberg niemals untergehen.“ Ganz untergegangen ist der Traditionsverein aus Franken nie, doch der neunmalige deutsche Meister stand einige Male nah am Abgrund – und er stürzte auch ab.

Kaum ein Verein in Deutschland hat eine derart bewegte Geschichte. Der FCN prägte ruhmreiche Zeiten, sorgte für Skandale, Schurkenstücke und Emotionen. Am Sonntag feiert der Club, der oft genug „a Depp“ ist, 125. Jubiläum – mit einem Heimspiel in der 2. Liga gegen die SV Elversberg. Der Mythos entstand in den Goldenen Zwanzigern, als die Franken fünfmal deutscher Meister wurden. Auch in den folgenden Jahrzehnten gehörte Nürnberg zur Beletage des deutschen Fußballs – mittendrin: der größte Spieler des Vereins, Max Morlock. Der Weltmeister von 1954 absolvierte mehr als 900 Spiele, war 1948 beim Titelgewinn ebenso dabei wie 1961. Sieben Jahre später folgte unter Max Merkel die neunte und bis heute letzte Meisterschaft – und der Absturz begann. Nur ein Jahr später stieg der Meister ab, ein einmaliges „Kunststück“.

Als Nürnberg 1996 sogar in die 3. Liga abstieg, schrieb Klaus Schamberger von der Abendzeitung den berühmten Satz: „Der Club ist ein Depp.“ Neun Bundesliga-Abstiege sind eine traurige Bestmarke. Derzeit darf sich Weltmeister Miroslav Klose als Trainer versuchen. Aber auch in dieser Saison steht sich der FCN selbst im Weg: Er verliert beim Tabellenletzten Regensburg oder verspielt eine 3:0-Führung wie beim 3:3 in Düsseldorf. „Der Club ist ein Depp“, hieß es danach. Dem ist nichts hinzuzufügen.
SID

Artikel 6 von 11