Gordon Herbert will nicht über die Zukunft reden. © IMAGO/Maul
München – Irgendwann war dann auch Gordon Herbert da. Auch wenn der Coach der Basketballer des FC Bayern es diesmal spannend machte. Kurz vor Spielbeginn schlappte er auf seinen Platz an der Seitenlinie. Dann war alles wie immer. Natürlich. Es war dem 66-Jährigen ein Anliegen gewesen, ganz schnell für Normalität zu sorgen, nachdem am Donnerstag die Meldungen über sein zukünftiges Engagement in Kanada für einigen Wirbel gesorgt hatten. Mehr als die grundsätzlichen Fakten „gibt es nicht zu sagen“, hatte er da in einem offiziellen Statemnt erklärt.
Man habe schließlich noch einiges vor. Auch in dieser Saison noch, die Mitte Juni tunlichst mit dem siebten Meistertitel der Clubgeschichte enden soll. Nun ja, zumindest dem ersten Zwischenziel auf dem Weg dorthin, Platz eins nach der Hauptrunde, sind Herbert und seine Bayern am Sonntag wieder ein Stückchen näher gekommen. 94:86 (48:36) wurde Absteiger BG Göttingen in einem eher unspektakulären Duell niedergerungen. Eine Plattform, die Verein übrigens auch für ein Herzensprojekt nutzte. 250 Jugendliche präsentierten mit dem jüdischen Kammerorchester die neue Anti-Rassismus-Hymne des FC Bayern.
Klappt es auch in den beiden letzten Punktspielen am Donnerstag in Bonn und am Sonntag gegen Ludwigsburg mit Siegen, dann würde man den verbliebenen Verfolger Ulm auf Distanz halten und bekäme es im Viertelfinale vom 17. Mai an mit dem schwächeren Play-In-Qualifikanten zu tun. Was man dann mit frei(er)em Kopf und wieder hergestellten Kräften tun will.
Was wohl eher nicht für Oscar da Silva (Knie-Op) und Euroleague-All-Star Carsen Edwards (Rücken) gilt? Bei beiden riecht es eher nach Saisonende. Dafür sind der zuletzt merklich überspielte Weltmeister Jo Voigtmann und der, am Sonntag wegen der bevorstehenden Geburt seines zweiten Kindes pausierende Nick Weiler-Babb vermutlich schon am Donnerstag wieder mit von der Partie. Immerhin, und das wird Herbert durchaus positiv stimmen: Die zweite Reihe nutzt die Chancen dieser Tage ganz ansehnlich. Allen voran Youngster Ivan Kharchenkov, der gegen Göttingen mit 17 Punkten auch noch Topscorer der Bayern war.
Herbert und sein Engagement in Kanada jedoch soll kein Hindernis auf dem weiteren Weg in Richtung Titel sein. Alle Anfragen zu seinem neuen Job bügelte der Bayern-Coach einigermaßen resolut ab: „Ich will darüber eigentlich nicht reden“, sagte er. Dem ist nichts hinzuzufügen.
RP