Getuschel in Miami

von Redaktion

Cadillac und Mick Schumacher ab 2026 gemeinsam in der Formel 1?

Mick Schumacher mit Damon Hill und Jenson Button in Miami. © Bratic/Imago

Miami – Hoppla, das Gesicht kennt man doch in der Formel 1! Beim GP von Miami war auch Mick Schumacher (26) vor Ort. Und, kein Zufall, auch Vertreter von General Motors und ihrer Tochter Cadillac kamen in den Sunshine-State, um ihr gemeinsames Formel-1-Projekt mit den Bossen der Königsklasse zu erörtern. Inklusive zukünftiger Fahrer. Cadillac wird 2026 als neues Team einsteigen, ab 2029 wird GM die Konzerntochter mit eigenen Motoren beliefern. Bis dahin wird Cadillac Hybridantriebsaggregate von Ferrari erhalten – und vielleicht Schumi ans Steuer setzen.

„Die Formel 1 ist immer noch ein bedeutender Teil meiner Karriere“, sagt Schumacher, „wenn ich nochmal die Chance bekomme, werde ich sie ergreifen.“ 2022 wurde er vom Haas-Teamchef Günther Steiner regelrecht aus dem Team gemobbt, im Moment fährt Mick in der Langstrecken-WM, zu der auch der legendäre Klassiker in Le Mans gehört. Beim letzten Rennen in Imola fuhr er mit dem Alpine aufs Podium.

Aber wie verläuft Micks Weg zurück? Der Mann, der über die Geschicke bei Cadillac entscheidet, ist der Brite Graeme Lowden (60), Ex-Boss des ehemaligen Formel-1-Teams Manor. Er hat Schumacher auf der Liste – neben diversen anderen Piloten. Haupt-Konkurrent ist der 2024 von Red Bull gefeuerte Sergio Perez (35). Der Mexikaner hat zwei Vorteile: eine Menge Erfahrung und viele persönliche Sponsoren, darunter die Brauerei Heineken, die gerade erst einen persönlichen Deal mit ihm abgeschlossen hat.

Auch die Ex-F1-Piloten Valtteri Bottas (35) und Zhou Guanyu (25) bieten sich an. Der Vorteil des Finnen Bottas, derzeit dritter Pilot bei Mercedes: Erfahrung. Guanyu, derzeit Ersatzfahrer bei Ferrari, hat andere Vorzüge: Der Chinese wird von Cadillac-Teamchef Lowden persönlich gemanagt.

Das eigentliche Ziel des US-Teams, einen amerikanischen Fahrer anzuheuern, ist schwierig zu realisieren. Es gibt im Moment nur einen, der in Frage kommt: Colton Herta (25), der im Moment im Cadillac-nahen Andretti-Team in der Indycar-Meisterschaft fährt. Viele Experten aber zweifeln an seiner F1-Eignung. Herta müsste Vierter in der Meisterschaft werden, um die nötigen Punkte für die Superlizenz, eine Art F1-Führerschein, zu bekommen. Im Moment ist er Siebter.

Und wie stehen Micks Chancen? Ex-Toro-Rosso Teamchef Franz Tost (69) sagt unserer Zeitung: „Ich hoffe, es ist noch nicht zu spät. Aber Mick hätte noch das Zeug dazu. Mit entsprechender Vorbereitung wäre er eine gute Wahl für Cadillac.“ Und einen gewichtigen Fürsprecher hat Schumacher jr. auch – Ex-F1-Zampano Bernie Ecclestone (94), der in unserer Zeitung meint: „Wäre Michael an seiner Seite gewesen, wäre Mick heute Stammfahrer. Was für ihn spricht: Der ikonische Name Schumacher zählt in den USA mehr als in Europa.“
RALF BACH

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