KOMMENTAR

„Ibiza-Affäre“: Eberl beweist Gespür

von Redaktion

Der FC Bayern hat seine hauseigene Ibiza-Affäre – mal wieder. Zur Erinnerung: Schon einmal plante die Mannschaft einen Ausflug auf die Party-Insel. Im Mai 2022 reisten einige Spieler nach Ibiza, hatten die Meisterschale aber schon im Gepäck, Sportvorstand Hasan Salihamidzic hatte den Ausflug damals genehmigt und als „teambildende Maßnahme“ bezeichnet. Doch nach einem 1:3 gegen Mainz war die öffentliche Kritik an der bayerischen Reiselust groß.

Im Frühjahr 2025 sind die kritischen Stimmen interner Natur. Sportvorstand Max Eberl fand in Leipzig am Sky-Mikrofon schon vor Anpfiff deutliche Worte in Richtung seiner Stars, als er auf die Ibiza-Pläne angesprochen wurde: „Wir haben davon gehört, wir haben mit der Mannschaft gesprochen und haben offen gesagt: Das gehört sich nicht!“ Die Bundesliga laufe noch, die Spieler hätten die Entscheidung laut Eberl daher verstanden und akzeptiert.

Es ist herauszuhören, dass der Sportchef von den Party-Planungen der Spieler überrascht wurde und erst durch die Berichterstattung der tz davon Wind bekam. Daher suchte Eberl noch am Freitagabend in Leipzig im Teamhotel das Gespräch mit der Mannschaft und appellierte an die Vernunft des Münchner Star-Ensembles – mit Erfolg. Nicht umsonst war Joshua Kimmich bei der Thematik bereits wieder zum Scherzen aufgelegt und meinte schmunzelnd: „Wir reisen jetzt alle einzeln an, damit es keiner merkt.“ Konrad Laimer gab sich komplett unwissend, hatte dabei aber ebenfalls ein vielsagendes Grinsen im Gesicht: „Was war mit Ibiza? Das habe ich noch nicht gehört… Wenn man dann Meister ist, kann man überall feiern.“

So oder so: Es war ein cleverer Schachzug von Eberl, die Reise bereits im Vorfeld – und unabhängig vom Ergebnis in Leipzig – einzukassieren. Man stelle sich vor, der Ibiza-Tross hätte sich auf den Weg in Richtung Balearen gemacht, obwohl die Meisterschaft nach dem 3:3 gegen RB noch nicht fix gewesen wäre. Den Aufschrei aus Fußball-Deutschland hätte man bis an die Playa d‘en Bossa gehört.

Ex-Sportvorstand Salihamidzic kann ein Lied davon singen.

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