Deutscher Meister über 400 Meter Freistil: Lukas Märtens. © Soeder/dpa
Berlin – Lukas Märtens ist nicht aufzuhalten. Mit der erneut starken Vorstellung auf seiner Weltrekordstrecke zeigte sich der Olympiasieger „sehr zufrieden“, die Weltjahresbestleistung auf seiner Nebenstrecke wenig später sei „ein Traum“. Zwei Monate vor dem Saisonhöhepunkt präsentiert sich der 23-Jährige bei den deutschen Schwimm-Meisterschaften in Bestform – doch er steckt in einem kleinen Dilemma.
Denn es stellt sich die Frage: Auf welchen seiner vielen Strecken wird der Magdeburger bei der Weltmeisterschaft in Singapur (11. Juli bis 3. August) an den Start gehen? Er müsse jetzt alles abwägen, antwortete Märtens, und das sei „gar nicht so leicht“.
Mit Blick auf seine Paradestrecke 400 m Freistil muss Deutschlands Schwimmstar wohl nicht lange überlegen. Knapp drei Wochen nachdem er den Weltrekord von Paul Biedermann aus dem Jahr 2009 in 3:39,96 Minuten geknackt hatte, legte Märtens in Berlin zum DM-Auftakt am Donnerstag mit einer Zeit von 3:40,61 Minuten nach.
Zwei solcher Rennen „innerhalb von drei Wochen, das muss man erst einmal so hinkriegen“, sagte Märtens, der angesichts seiner Leistungen auf dieser Strecke als Top-Favorit auf den WM-Titel gilt. „Weltmeister werden, ist eines meiner großen Ziele“, hatte Märtens betont. Europameister, Olympiasieger und Weltrekordler ist er schon – doch Märtens hat „noch viel vor“. Und ein Luxusproblem.
Denn zwei Tage nach seiner Top-Zeit über die 400 m war Märtens in Berlin auch über die halbe Distanz in 1:44,25 Minuten zum DM-Titel und damit auf Platz eins der Weltjahresbestenliste geschwommen. Dann gäbe es da noch die Staffeln und auch ein Start über die 800 m Freistil wäre in Singapur möglich.
Auch auf dieser Strecke hatte Märtens sich im Kampf um die maximal zwei Startplätze bereits im April mit einem deutschen Rekord (7:39,10 Minuten) in Stellung gebracht – den er bei den deutschen Meisterschaften überraschend wieder verlor. Denn Sven Schwarz hatte am Freitag in 7:38,12 Minuten nicht nur Märtens‘ nationale Bestmarke, sondern auch die europäische von Olympiasieger Daniel Wiffen (Irland/7:38,19) unterboten.
„Wir wissen, dass jeder von uns die Zeit schwimmen könnte“, sagte Schwarz. Zu solchen Leistungen trage auch der „Riesen-Konkurrenzkampf innerhalb Deutschlands“ bei. In diesem hat derzeit Florian Wellbrock das Nachsehen. Der Freiwasser-Olympiasieger von Tokio liegt im 800-m-Ranking des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) mit Blick auf die beiden WM-Tickets trotz einer Weltklassezeit (7:41,10) hinter Schwarz und Märtens.
SID