Mia san Meister!

von Redaktion

Dank Freiburger Schützenhilfe: Bayern feiert Titel vorm Fernseher

Seinen ersten Titel feierte Harry Kane (2.v.l.) nicht auf dem Platz oder auf der Tribüne, sondern im Käfer. © Screenshot

„Patrycrasher“: So bezeichnete Thomas Müller schmunzelnd den Leipziger Stürmer Poulsen. © IMAGO

Vorgezogener Meisterjubel: Joshua Kimmich, Thomas Müller & Co. am Samstag in Leipzig – rechnerisch war der Titel da noch nicht zu 100 Prozent sicher. © IMAGO

München – Thomas Müller knüpfte sich den Übeltäter direkt vor: „Da steht er, der Partycrasher! Da fängt der auf einmal das Lupfen an, das ist ja Wahnsinn!“, rief die Bayernlegende in den Katakomben der Leipziger Arena Yussuf Poulsen zu, der kurz zuvor in letzter Sekunde zum 3:3-Ausgleich getroffen hatte.

Durch das Last-Minute-Unentschieden von RB gegen den FC Bayern war die 34. Meisterschaft der Münchner zumindest rechnerisch noch nicht komplett eingetütet – die endgültige Jubel-Arie folgte dann am Sonntag aus dem Käfer-Restaurant (siehe Text unten). Dort hatte sich die Mannschaft getroffen, um das Spiel zwischen Freiburg und Leverkusen gemeinsam zu schauen. Nach dem 2:2 (1:0) war klar: Die Meisterschale geht nach einem Jahr Pause wieder nach München.

Schon am Samstag bilanzierte Müller: „Wer rechnen kann, ist klar im Vorteil. Wir wissen, dass wir Meister sind.“ Auch Joshua Kimmich erklärte: „Wir sind Deutscher Meister, wenn wir ehrlich sind. Außer es gibt noch irgendeinen Punktabzug.“ Der Weg dahin glich in Leipzig aber einer Achterbahnfahrt: Nach einer schwachen ersten Hälfte ging der FCB verdient mit 0:2 in die Halbzeitpause, ab der 60. Minute startete er dann eine spektakuläre Aufholjagd. Eric Dier und Michael Olise trafen per Doppelschlag zum Ausgleich, Leroy Sané erzielte dann per Schlenzer das zwischenzeitliche Tor zur Meisterschaft.

„Ich kann verraten, dass die ganze Mannschaft und die, die auf der Bank waren, das Champions-Gefühl hatten“, beschrieb Müller das Spektakel. „Beim Ausgleich und beim Führungstreffer hat man das Adrenalin und alles, was dazugehört, schon enorm gespürt.“ Mit seinem Lupfer in der 94. Minute verhinderte RB-Stürmer Poulsen dann doch noch die Bierduschen – was beim Rekordmeister zu ungewohntem Gefühlschaos führte.

Schließlich hoffte man die gesamte Saison über auf Ausrutscher von Bayer Leverkusen, vor deren Partie am Sonntag dann aber plötzlich auf einen Leverkusener Erfolg. „Ich hoffe, dass Leverkusen gewinnt“, sagte Kimmich, um eine Meisterschaft auf dem Sofa zu vermeiden. „Mit einem Sieg nächste Woche fühlt es sich dann richtig rund an.“

Konrad Laimer ergänzte in der ARD: „Ich würde auf jeden Fall lieber spielen und dann gewinnen. Eigentlich ist es mir aber egal, wie es passiert. Ich wäre das erste Mal Deutscher Meister.“ Der FC Bayern trifft am Samstag (18.30 Uhr, Sky) auf Borussia Mönchengladbach, es ist außerdem das letzte Heimspiel der Saison.
VINZENT TSCHIRPKE

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