Zu wenig: Jonathan Tah traf gegen Freiburg in der Nachspielzeit nur noch zum 2:2 für Bayer Leverkusen. © Langer/dpa
Freiburg – Als auch die letzte Titelchance dahin war, schlichen Xabi Alonso und Florian Wirtz enttäuscht in Richtung Kurve. Von den mitgereisten Fans gab es für Bayer Leverkusens 2:2 (0:1) nach 0:2-Rückstand beim SC Freiburg zwar aufmunternden Applaus, doch nach dem Remis geht auch rechnerisch nichts mehr in Richtung Meisterschaft. Der Titelverteidiger ist endgültig entthront, unterm Bayerkreuz stehen die Zeichen nun auf Umbruch.
„Insgesamt war das nicht genug. Es wäre auch nicht verdient gewesen, wenn wir heute gewonnen hätten“, sagte Jonathan Tah bei DAZN. Florian Wirtz (82.) und Tah (90.+3) trafen für die Leverkusener, die bei zwei ausstehenden Partien acht Punkte hinter den Münchnern liegen.
Einen Rekord der Bayern hat die Werkself am Sonntag immerhin eingestellt. 33 Auswärtsspiele ohne Niederlage in Folge schaffte bisher nur der Rekordmeister.
Die Freiburger kassierten nach zuletzt drei Siegen nacheinander dagegen einen kleinen Rückschlag im Kampf um die erste Teilnahme an der Champions League. „Mir geht es schlecht, ich habe eine innerliche Wut“, sagte Offensivspieler Vincenzo Grifo. Der SC bleibt dennoch auf Rang vier. Maximilian Eggestein (44.) und ein Eigentor von Piero Hincapie (49.) hatten zunächst eine 2:0-Führung gebracht.
Bei Bayer stehen nun viele Entscheidungen an, seit Wochen geht es in erster Linie um die Zukunft von Trainer Alonso. Sein Wechsel zu Real Madrid erscheint trotz eines Vertrags bis 2026 sehr wahrscheinlich. Alonso ist bisher allen Fragen dazu ausgewichen. In Erik ten Hag soll bereits ein Nachfolger parat stehen. Auch hinter der Zukunft des umworbenen Nationalspielers Wirtz stehen große Fragezeichen.
„Wir werden nächstes Jahr einen guten Trainer haben. Ich werde aber mit Sicherheit keine Namen diskutieren“, sagte Sportchef Simon Rolfes bei DAZN: „Und Florian ist erstmal bei uns. Das Ziel ist, dass das noch länger so ist. Wenn er irgendwann geht, werden wir eine Lösung finden.“
Am Sonntag konnten sich die Leverkusener auch mit Wirtz nicht entscheidend durchsetzen und leisteten sich auch in der Defensive den einen oder anderen Fehler, weshalb Freiburg einem Treffer sogar näher war. In der 34. Minute hatte Patrick Osterhage die bis dahin größte Möglichkeit der Partie, scheiterte aber an Kovar. Die Führung der Breisgauer lag in dieser Phase in der Luft. Eggestein traf schließlich mit einem sehenswerten Distanzschuss.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs änderte sich nichts. Hincapie verhalf den Freiburgern zum zweiten Tor, Junior Adamu hätte kurz darauf fast nachgelegt (52.). Die Leverkusener waren sichtlich geschockt, berappelten sich aber und holten zumindest das Remis.
SID