KOMMENTAR

Das Problem mit den zweiten Chancen

von Redaktion

Ob der Deal, der Jannik Sinner eine dreimonatige Sperre brachte, nun gerecht war oder nicht, ist aus Tennis-Sicht bald komplett irrelevant. Auch danach führt der 23-Jährige die Weltrangliste an und will seine Vormachtstellung schon in Rom, aber vor allem bei den French Open unter Beweis stellen. Doch ein Geschmäckle bleibt. Die Dopingvorwürfe sind trotz des Deals nicht vom Tisch, die Gesellschaft lässt sich nicht so leicht auf einen Deal ein. Das erfuhr auch Alexander Zverev. In Australien und vor Kurzem auch in München riefen Zuschauer während Matches dazwischen und verwiesen auf einen eingestellten Prozess, in dem es um angebliche Körperverletzung gegen seine Ex-Freundin ging. In Italien scheint Sinner weiter der Held zu sein. Ebenso wie der neue Snooker-Weltmeister Zhao Xintong in seiner Heimat China. Auch er ist umstritten: Der 28-Jährige war vor zwei Jahren in einen Wettskandal involviert, gab seinen Fehler zu und saß eine 20-monatige Sperre ab. Am Ende haben zweite Chancen neben der offiziellen auch eine zweite Seite – und die sollte jeder für sich bewerten.

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