Er kennt das Gefühl: 2021 holte Kai Havertz mit dem FC Chelsea den Henkelpott. © imago
Schmerzlich vermisste Impulse: Kai Havertz (re.) ist mit neun Treffern in der englischen Premier League immer noch der beste Arsenal-Schütze in dieser Saison. © IMAGO
Paris – Kai Havertz‘ Traum vom zweiten Henkelpott lebt. Viel beigetragen hat er dazu zuletzt nicht, der Nationalspieler hat seit Mitte Februar alle Spiele für den FC Arsenal verpasst. Nun aber steht der 25-Jährige vor dem Comeback, und dafür hat er Tag für Tag schwer gerackert. „Die Champions League ist einfach das Größte“, sagte Havertz einmal. Das Finale am 31. Mai in München ist auf dem Weg zurück natürlich die allerbeste Motivation.
Das Problem: Im Parc de Princes von Paris Saint-Germain läuft Arsenal am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) einem 0:1-Rückstand hinterher, auch die Generalprobe am Wochenende fiel nicht allzu verheißungsvoll aus. Mit einer 1:2-Pleite gegen Bournemouth endete sie schwer ernüchternd. Mit „Wut, Ärger und Frust“ im Bauch wolle sein Team dennoch eine „große Leistung“ zeigen, sagte Teammanager Mikel Arteta. Das liegt natürlich nahe. Trotzdem reise Arsenal mit „einem unwohlen Gefühl“ nach Frankreich.
Kein Wunder, der Gegner ist in umso besserer Verfassung: Vor allem Ex-BVB-Profi Ousmane Dembélé befindet sich in dieser Saison in bestechender Form. In 13 Spielen in der Champions League schoss der PSG-Angreifer acht Tore – darunter auch das entscheidende im Hinspiel – und legte drei weitere auf. Während Dembélé bei PSG vorne wirbelt, die andere Seite ist beim französischen Dauermeister Keeper Gianluigi Donnarumma, der auch Arsenal im Hinspiel schwer zur Verzweiflung brachte. Deshalb fliegen in Paris die Träume vom wichtigsten Clubtitel – es wäre wie für Arsenal der erste.
Während der französische Meister mit viel Selbstbewusstsein in den Kampf um das Finalticket geht, wirkt das der Gunners angeknackst. Sie hätten zuletzt vor allem im Strafraum „schlecht verteidigt“, auch mit der Chancenverwertung gegen Bournemouth haderte Arteta mit martialischen Worten: „Wir haben das Spiel nicht getötet“.
Einer wie Havertz oder Sturmpartner Gabriel Jesus (Kreuzbandriss) werden dafür entsprechend schmerzlich vermisst. Zumindest Havertz, in der Liga mit neun Toren noch immer bester Arsenal-Schütze, könnte in der Champions League ja doch noch ein entscheidender Faktor werden – sofern seine Teamkollegen mit einem Coup in Frankreichs Hauptstadt das Endspiel erreichen.
Spätestens dann wäre der Deutsche nach Lage der Dinge mit von der Partie. Die Rückkehr in die Mannschaft ist nur noch eine Frage der Zeit. Sagt auch sein Trainer. „Wenn alles so läuft, wie es im Moment läuft und wie es geplant ist, hat er die Chance, in dieser Saison noch einige Spiele zu bestreiten“, sagte Arteta über Havertz.
Und wenn es so ist, werden sich Arteta & Co an einen anderen Umstand erinnern. Wie man ein Finale in der Königsklasse gewinnt, das weiß der Mittelstürmer ganz genau. 2021 hatte er selbst gegen Manchester City sogar das entscheidende Tor geschossen – damals allerdings noch für den Londoner Stadtrivalen FC Chelsea. Arsenal selbst hat bislang nur vor 19 Jahren etwas Endspielluft in der Champions League geschnuppert. Allerdings mit weit weniger gutem Ausgang. Damals unterlag das Team um den ehemaligen Nationaltorhüter Jens Lehman, der früh im Spiel die Rote Karte sah, dem FC Barcelona 1:2 – ausgerechnet in Paris.
SID